Niels Giffey: College-Champion und Nationalspieler im Interview
Niels Giffey: College-Champion und Nationalspieler im Interview

Vor knapp vier Jahren ging Niels Giffey in die USA, um an der Universität von Connecticut Basketball und Studium zu verbinden. In Deutschland und bei seinem alten Club Alba Berlin hatte der damals 19-Jährige keine Perspektive gesehen. Am Montag krönte der Wirtschaftsstudent, mittlerweile Nationalspieler und Team-Kapitän der UConn Huskies, seine College-Karriere mit dem zweiten NCAA-Titel.

Die zurückliegende Saison war die bislang beste für Giffey. Nach seinen starken Auftritten mit der Nationalmannschaft bei der EM in Slowenien verbesserte er seinen Punkteschnitt auf 8,4. Seine Dreierquote von 52,5 Prozent war die drittbeste im gesamten College-Basketball. Entsprechend groß ist das Interesse aus der Bundesliga, besonders Berlin will Giffey zurückholen. Aber auch Meister Bamberg und andere Clubs wollen ihn verpflichten.

Knapp 18 Stunden nach Connecticuts Erfolg erreichte SPIEGEL ONLINE Giffey am Telefon. Die Mannschaft war gerade aus dem Flieger gekommen und fuhr mit einer Polizeieskorte in Richtung Campus. „Leute hupen, wenn wir vorbeifahren – es ist gerade eine unglaubliche Stimmung“, sagte der 22-Jährige, der nur im Flieger etwas geschlafen hat.

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Auf die Frage, ob er traurig sei, dass seine College-Zeit vorbei ist, antwortete Giffey: „Über die Phase, in der ich traurig war, bin ich schon hinweg. Das war vor einem Monat, als ich überlegt habe, was jetzt eigentlich kommt. Jetzt kann ich sagen, es hätte kein besseres Ende geben können.“

Giffey betonte, dass der Wechsel in die USA die beste Entscheidung seines Lebens gewesen sei. „Jetzt habe ich auch noch ein Studium absolviert. Ich hatte nie wirklich die Chance, aus Berlin rauszukommen und mal irgendwo anders zu wohnen, in einem anderen Land zu leben.“ Er fügte hinzu: „Ich habe gemerkt, ich brauche noch mehr im Leben als nur Basketball.“

Über seine Rolle im Team sagte Giffey: „Es war eine Entwicklung über die vergangenen Jahre. Schon als Junior habe ich mehr Verantwortung übernommen. Dann kam noch der extrem erfolgreiche Sommer bei der EM hinzu, auch hier haben viele Leute wahrgenommen, dass ich gegen gestandene NBA-Spieler mithalten konnte. Ich habe das nächste Level erreicht.“

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