Kevin Keegan: HSV-Legende und Fußball-Idol mit 75 Jahren gestorben
Kevin Keegan: HSV-Legende mit 75 Jahren gestorben

Die Fußballwelt trauert um eine ihrer größten Legenden: Kevin Keegan ist tot. Der ehemalige Weltstar des Hamburger SV und des FC Liverpool erlag im Alter von 75 Jahren einer Krebserkrankung. Das gab seine Familie am Montag bekannt. Keegan, der in den 1970er und 1980er Jahren die Herzen der Fans im Sturm eroberte, hinterlässt ein einzigartiges Vermächtnis.

Kampf gegen den Krebs: Familie bestätigt Tod

Anfang Januar hatte seine Familie öffentlich gemacht, dass Keegan an Krebs erkrankt sei und sich einer Behandlung unterziehe. Einen Tag nach dem WM-Finale gaben seine engsten Angehörigen „in tiefer Trauer“ bekannt: „Kevin kämpfte gegen den Krebs und war in seinen letzten Augenblicken von seiner Frau und seinen Töchtern umgeben.“ Der Fußball verliere damit einen weiteren Menschen, wie es ihn in diesem Millionen-Business kaum noch gebe.

Vom FC Liverpool zum Weltstar

Keegans große Karriere begann 1971 mit seinem Wechsel zum FC Liverpool. Mit seinem aggressiven Spielstil und unermüdlichen Willen eroberte der Angreifer die Herzen der Fans. In sechs Jahren an der Anfield Road holte er drei englische Meisterschaften, den FA Cup und 1977 den Europapokal der Landesmeister. Diese Erfolge machten ihn auch für einen für damalige Verhältnisse bemerkenswerten Schritt interessant: den Wechsel zum HSV.

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„Die Leute hielten mich für verrückt, Liverpool zu verlassen. Vielleicht hatten sie recht. Aber ich musste mir selbst etwas beweisen“, begründete Keegan den Transfer. Er wollte der erste Engländer sein, der sich in Deutschland durchsetzt – und das gelang ihm eindrucksvoll.

Prägende Figur der Bundesliga

Beim Hamburger SV entwickelte sich Keegan zu einer der prägendsten Figuren der Bundesliga. 1979 führte er den HSV zur Meisterschaft und wurde zweimal in Folge zu Europas Fußballer des Jahres gewählt. Die Hamburger hatten plötzlich einen internationalen Superstar in ihren Reihen – den größten HSV-Fußballer seit Uwe Seeler. Sein früherer Teamkollege Felix Magath erinnerte sich im Gespräch mit dem NDR: „Kevin war ein ganz wichtiger Baustein für diese Mannschaft. Er war ein super Teamplayer und ein super Mensch. Er war Vollprofi und uns in der Zeit voraus, was das ganze Auftreten gegenüber Medien und Fans betraf.“

Keegan selbst sagte dem „Kicker“ später: „Ich habe in Hamburg mehr über mich selbst gelernt als irgendwo sonst.“ Als einer der Besten der Welt kehrte er in seine Heimat zurück, wo seine Karriere langsam ausklang.

Trainerkarriere und musikalische Ausflüge

Später arbeitete Keegan noch als Trainer: Er führte Newcastle United 1996 beinahe zur Meisterschaft und Englands Nationalteam 2000 zur EM. An den Glanz seiner Spielerkarriere knüpfte er als Coach nicht an, blieb aber auch als Trainer ein Motivator, der die Spieler mit seiner Art mitriss. Dass er zwischenzeitlich auch als Sänger auftrat, passte ins Bild. Seine Single „Head over Heels in Love“ landete als Liebeslied in den deutschen Charts. Der Fußball verliert mit Kevin Keegan ein Unikat, das sich immer treu blieb.

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