Der deutsche Leichtathlet Frederik Ruppert hat beim Diamond-League-Meeting in Rabat, Marokko, Geschichte geschrieben. Über 3000 Meter Hindernis unterbot er als erster Europäer die magische Marke von acht Minuten und stellte einen neuen Europarekord auf. In einer Zeit von 7:57,80 Minuten blieb Ruppert deutlich unter der alten Bestmarke des Franzosen Mahiedine Mekhissi, die seit 2013 bei 8:00,09 Minuten stand.
Ein Rennen wie im Vorjahr – nur schneller
Bereits im vergangenen Jahr hatte der Athlet der LAV Stadtwerke Tübingen in Rabat mit deutschem Rekord (8:01,49 Minuten) auf sich aufmerksam gemacht. Nun legte er noch einmal nach. Den Sieg sicherte sich der Marokkaner Soufiane El Bakkali in 7:57,25 Minuten, nur knapp vor Ruppert. „Es ist schier unglaublich, als erster Europäer die Acht-Minuten-Schallmauer durchbrochen zu haben“, sagte Ruppert. „Ein großartiges Gefühl, wenn sich all die harte Arbeit endlich auszahlt.“
Emotionen in Rabat
Ruppert zeigte sich emotional: „Rabat ist für mich ein Ort voller Emotionen. Das Rennen ähnelte sehr dem letzten Jahr, ich habe es quasi kopiert, aber die Konkurrenz war noch schneller. Nach den ersten 600 Metern habe ich nicht mehr voll an mich geglaubt, weil ich mich ziemlich eingerostet gefühlt habe. Aber dann lief es einfach weiter, es war wieder ein Beschleunigungsrennen. Nach meinen 8:01 Minuten im letzten Jahr war der Europarekord definitiv mein Ziel.“
Gold-Hoffnung für die EM
Mit seiner neuen Bestzeit gilt der 29-Jährige nun als großer Favorit für die Europameisterschaften, die vom 10. bis 16. August in Birmingham stattfinden. „Ich freue mich schon riesig auf die EM – alles, was darüber hinausgeht, betrachte ich als reinen Bonus“, so Ruppert.
Röhler-Comeback nach sieben Jahren
Aus deutscher Sicht gab es am Wochenende eine weitere positive Nachricht: Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler feierte nach langer Verletzungspause ein gelungenes Comeback auf der großen Bühne. Der 34-Jährige belegte in Rabat mit 81,61 Metern den vierten Platz. Sieger wurde der zweimalige Weltmeister Anderson Peters aus Grenada mit 86,06 Metern.
Lange Leidenszeit
Röhler hatte zuletzt 2019 an einem Diamond-League-Meeting in Zürich teilgenommen. Danach begannen seine Verletzungsprobleme, die ihn immer wieder zurückwarfen. „Es ist schon eine Weile her, aber es fühlt sich großartig an, wieder bei einem Diamond-League-Meeting dabei zu sein. Mein Körper ist in Topform, ich weiß, was ich tue, aber beim Speerwurf zählt jedes Detail. Der vierte Platz ist völlig in Ordnung“, sagte Röhler dem Deutschen Leichtathletik-Verband. „Es wäre schade gewesen, nach all den schwierigen Jahren nicht zurückzukommen, denn es macht mir immer noch riesigen Spaß.“
Nächster Start in Rom
Röhler plant bereits den nächsten Auftritt: Am 4. Juni will er beim Diamond-League-Meeting in Rom an den Start gehen.



