Kommentar: Saison ohne Titel – Voll-Desaster für Bayern Basketball
Saison ohne Titel: Voll-Desaster für Bayern Basketball

Der FC Bayern Basketball hat eine Saison der Superlative hinter sich – im negativen Sinne. Nach dem Aus im Pokal-Halbfinale gegen Bamberg, dem Verpassen der Euroleague-Play-offs und der verlorenen Meisterschaft gegen Alba Berlin bleibt kein Titel. Angesichts des Etats, der fast viermal so hoch ist wie der des Gegners, sprechen Beobachter von einem „Voll-Desaster“.

Finanzielle Überlegenheit ohne Ertrag

Mit einem Budget, das das von Alba Berlin um ein Vielfaches übersteigt, war die Erwartungshaltung klar: mindestens ein Titel. Doch die Realität sieht anders aus. Trainer Svetislav Pešić (76) zeigte sich nach der Niederlage enttäuscht und kritisierte das Team offen: „Ich habe alles versucht. Ich kann wirklich nicht besser. Ich habe jeden Tag mein Bestes gegeben. Mir ist es nicht gelungen, aus diesen Spielern ein Team zu bilden. Nicht nur im Finale.“

Die Saison begann mit hohen Ambitionen, doch bereits früh zeigten sich Risse. Im Pokal scheiterte man im Halbfinale an Bamberg, das mit dem kleinsten Etat der Liga auskommen muss. In der Euroleague verpasste man klar die Play-offs. Die Meisterschaft schien das Minimum, doch in der Finalserie gegen Alba Berlin gab es eine Bruchlandung. Die Heimpleite in Spiel 5 besiegelte das Aus.

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Kaderplanung und Trainerwechsel

Der FC Bayern Basketball hat in den letzten Jahren keine Konstanz gezeigt. Innerhalb von drei Jahren wurden drei Top-Trainer verschlissen: Andrea Trinchieri, Pablo Laso und Weltmeistertrainer Gordon Herbert. Mit Svetislav Pešić holte man einen erfahrenen Coach, der den als schlecht zusammengestellt geltenden Kader zum Minimalziel führen sollte. Doch auch er scheiterte.

Sportliche Säulen wie Carsen Edwards, Devin Booker und Nick Weiler-Babb wurden nicht gehalten. Stattdessen verpflichtete man Ersatz, der nicht mithalten konnte. Der spektakuläre Transfer von Ex-NBA-Star Spencer Dinwiddie entpuppte sich als Fehlschlag: Nach nur zwei Monaten war er wieder weg. Auch die Kommunikation mit Bamberg um Trainer Anton Gavel war unglücklich: Statt eine moderate Ablöse zu zahlen, berief man sich auf einen juristischen Formfehler, um den Wechsel ablösefrei zu erzwingen.

Außendarstellung und Führung

Nicht nur sportlich, auch in der Außendarstellung gibt der FC Bayern Basketball ein schwaches Bild ab. Seit dem angekündigten Abgang von Geschäftsführer Marko Pešić scheint der Verein seine Souveränität verloren zu haben. Präsident Herbert Hainer (71) trat hingegen souverän auf und betonte die Notwendigkeit von Veränderungen. Zusammen mit dem neuen Geschäftsführer Thorsten Leibenath soll nun eine Trendwende eingeleitet werden.

Die Fans hoffen, dass die Basketballer künftig wieder auf dem Niveau der Fußballer agieren – nicht nur sportlich, sondern auch in der Außenwirkung. Die kommende Saison wird zeigen, ob die Lehren aus diesem Desaster gezogen werden.

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