Serena Williams feiert Comeback bei WTA-Turnier in Berlin
Serena Williams kehrt in Berlin auf den Tennisplatz zurück

WTA-Turnier im Grunewald: Das lange Warten auf Serena in Berlin

Die Weltelite des Damentennis versammelt sich in der Hauptstadt. Die größte Aufregung verursacht jedoch das überraschende Comeback einer Legende. Von Marcel Stein, Sport-Redakteur

Serena Williams wird in Berlin im Doppel antreten. Viel verraten möchte Karolina Muchova nicht. Ein wenig geheimnisvoll darf es um den großen Star sein, der nach Berlin kommt. Serena Williams ist zwar am Sonnabendvormittag noch nicht da. Allgegenwärtig ist die erfolgreichste Tennisspielerin aller Zeiten dennoch. Die 44-Jährige gibt vier Jahre nach ihrem Rücktritt ein Comeback, und das WTA-Turnier an der Hundekehle im Berliner Grunewald gehört zu ihren wenigen auserwählten Veranstaltungen.

Das sorgt für mächtig Wirbel. Bei Muchova vielleicht sogar mehr als bei anderen. „Es kommt nicht häufig vor, mit so einer Spielerin zusammen im Doppel anzutreten“, sagt die Tschechin. Sie ist die Nummer zehn der Welt, startet auch im Einzel. Doch das gemeinsame Spiel mit Williams überstrahlt alles andere. „Anfangs dachte ich, ihre Rückkehr wäre nur ein Gerücht. Es ist toll, dass so eine Legende unseres Sports wieder spielt“, erzählt Muchova. Wann sie zusammen trainieren, sagt sie jedoch nicht.

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Berlin schüttet ein Rekordpreisgeld aus

Am Nachmittag wurde Williams in der Hauptstadt erwartet. Ihre Anwesenheit versetzt die Berlin Tennis Open in den Ausnahmezustand. Das mit dem Rekordpreisgeld von 1,2 Millionen Dollar dotierte Event verändert sich und wächst. Doch die Teilnahme der US-Amerikanerin bringt alles auf eine neue Stufe. Mit ihr steigt die Hoffnung, dass auch die ersten Tage des Turniers mehr Aufmerksamkeit vom Publikum erhalten. Am Dienstag oder Mittwoch soll sie spielen.

Ganz genau ist das nicht vorherzusagen. Das Wetter kommt mit durchwachsenen Prognosen. Zudem hängt die Doppelansetzung von den Einzeleinsätzen Muchovas ab. In jedem Fall wird Williams im durch eine Zusatztribüne leicht vergrößerten Steffi-Graf-Stadion antreten. Dort können gut 5000 Besucher zuschauen. „Es ist die vielleicht einmalige Chance, Serena Williams noch einmal in Berlin auf dem Platz zu sehen“, sagt Turnierdirektor Markus Zoecke.

Keine klare Favoritin in Berlin

Zoecke will den Wettbewerb natürlich nicht auf den Superstar reduzieren. Dafür ist die Einzelkonkurrenz zu stark besetzt. Von den Top Ten der Welt sind acht Spielerinnen dabei. Lediglich Iga Swiatek (Polen, Nr. 3) und Victoria Mboko (Kanada, Nr. 9) fehlen. Mboko spielte gerade in Queens bei der ersten Station von Williams’ Rückkehr mit ihr Doppel. Dabei verletzte sie sich. „Man wird hier jeden Tag richtig gutes Tennis sehen“, so Zoecke angesichts der Fülle an Spitzenspielerinnen.

Als einzige Deutsche ist Eva Lys per Wildcard im illustren Hauptfeld vertreten. Einige Optionen gab es noch über die Qualifikation. Über die möglichen Favoritinnen mochte niemand so recht spekulieren. „Für viele Spielerinnen ist Berlin der Einstieg in die Rasensaison. Da gibt es viele Überraschungen. Rasen ist ein komplizierter Belag. Es wird richtig spannend“, sagt Andrea Petkovic. Die ehemalige Profispielerin fungiert erneut als Director of Excitement. Sie erzählt, dass Karolina Muchova eine der Spielerinnen sei, denen sie am liebsten zuschaue. Generell gab es bei den vorigen drei Ausgaben des Turniers im Grunewald viel tschechisches Tennis zu sehen. Petra Kvitova (2023) und Marketa Vondrousova (2025) gewannen hier. Diesmal ist Muchova von Anfang an so etwas wie eine Siegerin, denn sie spielt Doppel mit der großen Serena Williams.

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