Schnieder boykottiert Kabinettssitzung: Kein Treffen mit Merz
Schnieder boykottiert Kabinett: Kein Treffen mit Merz

Berlin – Der Konflikt zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und Noch-Verkehrsminister Patrick Schnieder (58, CDU) eskaliert weiter. Nach BILD-Informationen wird Schnieder am heutigen Mittwoch nicht an der Kabinettssitzung teilnehmen. Der Grund: Er möchte Merz nicht begegnen. Stattdessen lässt er sich von Staatsminister Ulrich Lange (57, CSU) vertreten.

Vorgeschichte: Entlassung im Urlaub

Vergangenen Donnerstag hatte Merz Schnieder in dessen Island-Urlaub die Entlassung mitgeteilt. Ursprünglich sollte Fritz Güntzler (60, CDU) die Nachfolge antreten. Doch Güntzler sagte erst zu, dann wieder ab, sodass Merz ohne Kandidaten dastand. Schnieder erfuhr aus den Medien von dieser Entwicklung und fühlte sich vor aller Augen gedemütigt.

Am Sonntag forderte Schnieder den Kanzler öffentlich auf, ihn zu entlassen, um den „unwürdigen Zustand“ zu beenden. Trotz der angespannten Situation nahm Schnieder bis Dienstag alle notwendigen Termine als Verkehrsminister wahr. Einzige Ausnahme: die Kabinettssitzung am Mittwochmorgen.

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Termine am Mittwoch: Schlüsselübergabe und mehr

Trotz des Boykotts der Kabinettssitzung nimmt Schnieder andere wichtige Termine wahr. Er wird sich von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) seine Entlassungsurkunde überreichen lassen. Um 13 Uhr übergibt er offiziell die Schlüssel an seinen Nachfolger Steffen Bilger (47, CDU). Nach BILD-Informationen trafen sich Schnieder und Bilger bereits am Dienstagabend im Verkehrsministerium, um die Details der Übergabe zu besprechen. Vor dem Treffen bearbeitete Schnieder noch letzte Post und führte Gespräche mit Mitarbeitern.

Bilger im Gegensatz zu Schnieder

Anders als Schnieder zeigte sich Bilger gesprächsbereit. Er traf sich am Dienstagabend zu einem vertraulichen Gespräch mit dem Noch-Minister im Ministerium. Schnieder hingegen vermeidet jeden Kontakt zu Merz. Die öffentliche Demütigung durch die Entlassung im Urlaub scheint tiefe Wunden hinterlassen zu haben.

Die Kabinettssitzung am Mittwoch findet ohne den bisherigen Verkehrsminister statt. Stattdessen vertritt ihn Staatsminister Ulrich Lange. Die Frage, wie lange die Spannungen zwischen Merz und Schnieder noch anhalten, bleibt offen.

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