Jan-Lennard Struff hat bei den Wimbledon Championships 2025 erstmals das Achtelfinale erreicht. Der 36-jährige Davis-Cup-Spieler setzte sich in der dritten Runde gegen den russischen Top-Ten-Spieler Daniil Medwedew mit 7:6 (7:4), 7:6 (7:5), 7:5 durch und feierte damit seinen bislang größten Erfolg beim Rasenklassiker in London.
Struff zeigt Nervenstärke und Comeback-Qualitäten
Der Außenseiter aus Warstein lag in allen drei Sätzen zurück, kämpfte sich jedoch jedes Mal zurück. Im ersten Satz holte er einen 1:3-Rückstand auf, im zweiten einen 3:5-Rückstand. Besonders beeindruckend war der dritte Satz, in dem Struff sogar ein 2:5 drehte. „Es ist sehr wichtig für mich, ich bin sehr stolz und sehr glücklich“, sagte Struff nach dem Match. „Es ist unglaublich.“
Ein kurioser Videobeweis half ihm dabei: Bei Breakball für sich ließ Struff überprüfen, ob Medwedews Ball tatsächlich über das Netz geflogen war. Die Bilder zeigten, dass der Ball durch ein Loch zwischen Netzkante und Pfosten hindurchflog. Struff gelang das Break, er verkürzte auf 3:5 und gab anschließend kein Spiel mehr ab. Nach 2:49 Stunden profitierte er beim Matchball von einem Doppelfehler des Russen.
Historischer Erfolg für den Warsteiner
Für Struff ist es die erste Teilnahme am Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers. Zuvor war er insgesamt fünfmal in der dritten Runde von Wimbledon gestanden, dreimal in Folge. Im vergangenen Jahr war der spanische Topstar Carlos Alcaraz für ihn zu stark, 2024 Medwedew. Acht von neun Duellen mit Medwedew hatte Struff vorher verloren. „Das Wichtige ist, niemals aufzugeben. Ich freue mich riesig“, erklärte der Weltranglisten-74. bei Prime. „Es war ein Topmatch auf jeden Fall. Was soll ich sagen – ich bin happy.“
Mit dem Sieg hat Struff ein Preisgeld von rund 350.000 Euro sicher. Im Achtelfinale trifft er auf den Polen Hubert Hurkacz oder den Amerikaner Tommy Paul.
Zverev soll nachziehen
Am Samstag möchte French-Open-Sieger Alexander Zverev als zweiter deutscher Tennisprofi in die Runde der besten 16 folgen. Für den Weltranglisten-Dritten aus Hamburg soll die Drittrundenpartie gegen US-Profi Marcos Giron nur eine Zwischenstation werden.
Struff trotzte zudem dem Umstand, dass er anders als üblich bei einem Grand-Slam-Turnier keinen spielfreien Tag vor seinem Drittrunden-Auftritt hatte. Am Mittwochabend war seine Zweitrunden-Partie gegen Brandon Nakashima aus den USA wegen Dunkelheit beim Stand von 2:2-Sätzen vertagt worden. Am Donnerstag bewahrte der Warsteiner die Nerven und rang seinen Gegner nach einem Auf und Ab in einem Match über fünf Sätze und mit vier Tiebreaks nieder. Im Duell mit Medwedew vermied er knapp, auch im dritten Satz wieder in den Tiebreak gehen zu müssen.



