Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Mexiko sorgt ein außergewöhnlicher Fan für Aufsehen: Michel Nkuka Mboladinga (49), bekannt als „Lumumba Vea“, verwandelt sich während der Spiele der Demokratischen Republik Kongo in eine lebendige Statue. Beim 0:1 gegen Kolumbien im Stadion von Guadalajara stand er regungslos auf einem Podest hinter der kongolesischen Bank, den rechten Arm erhoben – eine Hommage an Patrice Lumumba, den ersten Ministerpräsidenten des unabhängigen Kongo.
Symbol der Freiheit
Mboladinga trägt die Nationalfarben seines Landes und imitiert mit Frisur, Bart und Pose genau die Statue Lumumbas in Kinshasa. Seine Performance hat eine tiefe Bedeutung: „Er hat uns die Freiheit gegeben, uns auszudrücken. Er hat sein Leben für uns geopfert, um uns Freiheit zu schenken. Deshalb ist er ein Held für uns“, sagte Mboladinga der Nachrichtenagentur AP. Patrice Lumumba führte den Kongo 1960 in die Unabhängigkeit von Belgien und wurde 1961 ermordet.
Vom Internet-Star zum WM-Highlight
Bereits beim Afrika-Cup wurde Mboladinga durch seine außergewöhnliche Unterstützung zum Internet-Star. Ganz Afrika kennt ihn, nun auch die Welt. Wegen des Ebola-Ausbruchs im Kongo war lange unklar, ob er zur WM reisen könnte. Laut dem Portal Foot Africa setzte sich Kongos Kapitän Chancel Mbemba persönlich dafür ein, dass der berühmteste Fan doch noch nach Mexiko reisen durfte. Das erste WM-Spiel gegen Portugal (1:1) verpasste Mboladinga noch aufgrund von Ebola-Quarantänebestimmungen, doch gegen Kolumbien war er endlich dabei.
Kunst und Leidenschaft
Mboladinga hält seine Pose während des gesamten Spiels, ungerührt von Jubel oder Frust der Menge. „Ich bin Künstler. Ich bin Entertainer. Deshalb mache ich das. Es ist mein Beruf“, erklärte er einmal. Seine Performance zieht alle Blicke auf sich und verbindet Fußball mit politischem Gedenken. Die WM in Mexiko bietet ihm die größte Bühne seiner Karriere als lebende Statue.



