Zverev verliert Wimbledon-Finale gegen Sinner trotz starkem Start
Zverev unterliegt Sinner im Wimbledon-Endspiel

Alexander Zverev hat die Chance auf seinen zweiten Grand-Slam-Titel verpasst. Der 29-jährige Hamburger unterlag im Finale von Wimbledon dem italienischen Weltranglistenersten Jannik Sinner mit 7:6 (9:7), 6:7 (2:7), 3:6, 4:6. Damit bleibt Zverev der dritte deutsche männliche Wimbledon-Sieger nach Boris Becker und Michael Stich verwehrt.

Starker Auftakt reicht nicht

Zverev begann das Endspiel beeindruckend. Mit starken Aufschlägen und aggressivem Spiel setzte er den Topfavoriten Sinner unter Druck und gewann den ersten Satz im Tiebreak. Es war sein erster Satzgewinn gegen den Südtiroler seit Oktober 2025 – zuvor hatte er sechs Duelle in Serie verloren. Auf der königlich besetzten Tribüne verfolgten Prinzessin Kate, Prinz William, ihre Kinder George und Charlotte sowie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) das Geschehen.

Doch Sinner steigerte sich. Im zweiten Satz gelang Zverev erneut ein Tiebreak, doch diesmal unterlag er deutlich mit 2:7. Der Italiener, der in den früheren Runden verwundbar schien, fand zunehmend Mittel gegen die Aufschläge des 1,98 Meter großen Hamburgers. Zverev gelang im gesamten Match kein Break – ein entscheidender Faktor.

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Wendepunkt im dritten Satz

Zu Beginn des dritten Satzes nahm Zverev mehrere Energiegels zu sich, während Sinner frischer wirkte. Bei einer Breakchance für Zverev rutschte dieser aus und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen, griff sich ans Knie. Sinner eilte herüber und half dem Kontrahenten auf. Zverev konnte weiterspielen, gab aber kurz darauf erstmals seinen Aufschlag zum 3:5 ab – nach zweieinhalb Sätzen ohne Breakverlust. Enttäuscht schleuderte er seinen Schläger zur Seite.

Nach dem Satzverlust verschwand Zverev vom Centre Court. Der Weg zum Triumph war nun noch weiter. Mit einem weiteren Aufschlagverlust im vierten Satz war das Endspiel entschieden. Sinner triumphierte zum zweiten Mal nacheinander in Wimbledon und holte seinen fünften Grand-Slam-Titel.

Zverevs Wimbledon-Bilanz

Für Zverev war es das fünfte Grand-Slam-Finale seiner Karriere, von dem er das vierte verlor. Nur 2020 bei den US Open hatte er gewonnen. Nach dem French-Open-Triumph fünf Wochen zuvor waren die Hoffnungen groß, als erster deutscher männlicher Wimbledon-Sieger seit Michael Stich 1991 in die Geschichte einzugehen. Boris Becker gewann dreimal (1985, 1986, 1989).

„Ich habe heute alles gegeben, aber Sinner war einfach stärker“, sagte Zverev nach dem Match. „Es tut weh, so nah dran zu sein und doch zu verlieren.“ Sinner zeigte sich ebenfalls emotional: „Alexander hat unglaublich gespielt. Ich bin froh, dass ich mich steigern konnte. Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel.“

Das Wetter spielte mit Temperaturen unter 30 Grad Celsius keine entscheidende Rolle. Zverev hatte bei den French Open von Sinners körperlichem Einbruch in der Hitze profitiert, diesmal blieb der Italiener stabil. Mit dem Sieg baute Sinner seine Serie gegen Zverev auf zehn Siege in Folge aus.

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