Der FC Bayern München steckt mitten im Sommertransferfenster in einer unerwarteten Sackgasse. Während die Münchner mit den frühzeitigen Verpflichtungen von Ismael Saibari und Nathaniel Brown sowie mehreren Verkäufen bereits ordentliche Arbeit geleistet haben, bereiten die Rückkehrer aus Leihen weiterhin Kopfzerbrechen. CEO Jan-Christian Dreesen äußerte nun die Hoffnung, dass spanische und italienische Vereine in den kommenden Wochen noch aktiv werden und die ungeliebten Kandidaten übernehmen.
Vier Leih-Rückkehrer ohne Käufer
Konkret geht es um João Palhinha (31), Sacha Boey (25), Bryan Zaragoza (24) und Armindo Sieb (23). Alle vier Spieler waren in der vergangenen Saison verliehen – Palhinha zu Tottenham, Boey zu Galatasaray, Zaragoza zur AS Rom und Sieb zu Mainz. Jeder Leihvertrag enthielt eine Kaufoption, die jedoch von den jeweiligen Klubs nicht gezogen wurde. Hinzu kommt Hiroki Ito (27), der ebenfalls auf der Verkaufsliste steht. Bisher fand sich kein Abnehmer, der die finanziellen Vorstellungen der Bayern und der Spieler erfüllt. Dreesen erklärte auf einem Talk des „Presseclub München“: „Christoph Freund hat es ja erst vor ein, zwei Tagen auch gesagt: Bei den Spielern, die wir verliehen hatten, ist es aus unterschiedlichen Gründen nicht zum Ausüben von Optionen gekommen.“
Dreesen setzt auf südeuropäischen Markt
Der Vorstandsvorsitzende machte deutlich, dass der Transfermarkt in Spanien und Italien bisher verhalten verlief: „Der Transfermarkt hat an bestimmten Stellen durch die WM einen Frühstart hingelegt, gerade was ein paar sehr große Transfers in England betrifft. Aber wenn sie mal von den Engländern absehen, dann sehen sie, dass in Spanien und Italien bisher relativ wenig passiert ist. Und da warten wir jetzt mal ab, wie das weitergeht.“ Die Hoffnung ist, dass die Südeuropäer noch Bedarf anmelden und auf Palhinha, Boey und Co. zugreifen. Laut BILD sind die Gesamtpakete aus Ablöse und Gehalt für die meisten spanischen Klubs jedoch zu hoch. Selbst bei Bryan Zaragoza, der auf zahlreiches Interesse aus der Primera División stößt, gab es noch keinen Durchbruch.
Keine weiteren Neuzugänge geplant
Für die Bayern-Fans gibt es auch eine klare Ansage: Mit neuen Einkäufen ist vorerst nicht zu rechnen. Dreesen betonte: „Wir haben, glaube ich, die wesentlichsten Transfers auf der Kaufseite getätigt. Mit Saibari und mit Brown haben wir zwei hervorragende Spieler zu uns holen können, die unser Spiel definitiv bereichern und uns noch besser machen werden.“ Sportvorstand Max Eberl ergänzte bei der Vorstellung von Nathaniel Brown: „Ich musste jedes Mal schmunzeln, wenn ich in diesem Sommer Transfergerüchte gelesen habe. Wir haben die Transfers von Nene Brown und Ismael Saibari sehr schnell unter Dach und Fach gebracht. Ich dachte, es sei klar, dass wir mit den Neuzugängen fertig sind.“ Die Münchner konzentrieren sich nun darauf, die unverkauften Profis möglichst noch vor dem Transferschluss am 1. September abzugeben – mit einem Hoffnungsschimmer aus Spanien und Italien.



