Bundesliga führt modifizierte Mund-Hand-Regel nach WM-Vorbild ein
Bundesliga übernimmt Mund-Hand-Regel mit Gelb statt Rot

Die Fußball-Bundesliga führt zur neuen Saison eine modifizierte Version der bei der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada eingeführten Regel ein, die das Verdecken des Mundes mit der Hand in Konfrontationen mit dem Gegner bestraft. Während die Schiedsrichter bei der WM dafür die Rote Karte zückten, wird es im deutschen Profifußball künftig lediglich die Gelbe Karte geben.

Das gab die DFB-Schiedsrichter-GmbH um Geschäftsführer Knut Kircher gemeinsam mit der sogenannten Kommission Fußball der Bundesliga bekannt. Hintergrund ist die Absicht, die Kommunikation zwischen Spielern und Unparteiischen zu verbessern und verbale Angriffe zu unterbinden.

WM-Vorbild mit Abweichung

Bei der WM waren gleich zwei Spieler wegen dieser Geste des Feldes verwiesen worden: Paraguays Miguel Almirón und Piero Hincapié von Ecuador. Die deutsche Liga geht nun einen milderen Weg, um den fließenden Übergang zu gewährleisten. „Wir haben uns bewusst für die Gelbe Karte entschieden, um die Regel im deutschen Fußball zu etablieren, ohne gleich mit der maximalen Härte zu bestrafen“, so ein Sprecher der Schiedsrichter-GmbH.

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Weitere Regeländerungen im Detail

Neben der Mund-Hand-Regel gibt es weitere Anpassungen. So wird der Countdown für Torhüter bei zu langem Ballhalten beibehalten, aber auch auf Einwürfe und Abstöße ausgeweitet. Der Schiedsrichter kann nun fünf Sekunden per Hand herunterzählen; wird das Spiel nicht fortgesetzt, erhält die gegnerische Mannschaft den Ball.

Auch bei Auswechslungen müssen die Teams schneller agieren: Wer zu lange braucht, muss eine Minute in Unterzahl weiterspielen. Diese Regel soll Zeitspiel unterbinden. Zudem müssen Spieler, die auf dem Feld behandelt werden, den Platz verlassen und dürfen erst nach einer Minute zurückkehren – es sei denn, es handelt sich um Kopfverletzungen, Zusammenstöße oder Fouls, die eine Karte nach sich ziehen.

Der Video Assistant Referee (VAR) wird bei der Überprüfung von zweiten Gelben Karten, die zu einem Platzverweis führen, verpflichtend eingreifen – wie bereits bei der WM praktiziert. Eckbälle hingegen werden nicht vom VAR überprüft, anders als beim Weltmeisterschaftsturnier.

Hintergrund und Ziele

Die Regeländerungen verfolgen mehrere Ziele: Sie sollen die Spielfluss erhöhen, Zeitspiel reduzieren und die Disziplin der Spieler stärken. Die Kommission Fußball der Bundesliga erhofft sich eine schnellere Spielfortsetzung und weniger Unterbrechungen. Die Umsetzung erfolgt mit Beginn der Saison 2026/27.

Laut DFB wurden die neuen Bestimmungen in enger Abstimmung mit den Vereinen und Trainern entwickelt. Die Schiedsrichter werden in Schulungen auf die Besonderheiten vorbereitet. „Wir sind überzeugt, dass diese Regeln den Fußball attraktiver und fairer machen“, betonte ein DFB-Sprecher.

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