Ziele für 2030: Gewinnverdopplung und Renditeziele
Die österreichische Erste Group gibt ehrgeizige Ziele für das Jahr 2030 aus. Der Gewinn je Aktie soll demnach auf mehr als 15 Euro verdoppelt werden, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Zuwachs von rund 15 Prozent. Als Ausgangsbasis dient der für 2025 ausgewiesene Nettogewinn von 3,51 Milliarden Euro.
Darüber hinaus strebt das Geldhaus in diesem Zeitraum eine bereinigte Eigenkapitalverzinsung (ROTE) von über 20 Prozent an. Diese Kennzahl gilt als wichtiger Indikator für die Rentabilität einer Bank. Analysten sehen die Ziele als ambitioniert, aber erreichbar, sofern die Rahmenbedingungen stabil bleiben.
Wachstumsstrategie: Organisches Wachstum und Zukäufe
Die Erste Group plant, die gesteckten Ziele durch eine Kombination aus organischem Wachstum in Zentraleuropa und möglichen Zukäufen zu erreichen. Besonders in Polen und anderen Ländern der Region sollen Akquisitionen geprüft werden. „Wir haben eine klare Strategie, die auf unsere Kernmärkte fokussiert ist“, erklärte ein Sprecher der Bank. „Dazu gehören Investitionen in Technologie und Effizienzsteigerungen.“
Neben externem Wachstum soll auch eine verbesserte operative Effizienz zur Gewinnsteigerung beitragen. Kostensenkungen und Digitalisierungsprojekte sind Teil des Plans. Die Bank beschäftigt rund 46.000 Mitarbeiter und ist in sieben Ländern vertreten.
Voraussetzungen für den Erfolg
Die Prognose der Erste Group steht unter mehreren Prämissen. Die Bank setzt ein ähnlich positives Zinsumfeld wie derzeit voraus. Die Leitzinsen in der Eurozone und in Osteuropa sind nach den starken Anhebungen der vergangenen Jahre auf einem hohen Niveau, was die Zinsmargen der Banken begünstigt. Auch eine stabile geopolitische Lage sowie keine wesentlichen Erhöhungen der Bankenabgaben sind als Bedingungen genannt.
„Ohne diese Voraussetzungen könnten die Ziele gefährdet sein“, räumte die Bank ein. Die aktuelle geopolitische Unsicherheit durch den Krieg in der Ukraine und mögliche neue Regulierungen stellen Risiken dar. Experten verweisen zudem auf die Konjunkturentwicklung in der Region, die das Kreditwachstum beeinflusst.
Ausblick und Marktreaktion
Die Ankündigung der Erste Group wurde am Markt positiv aufgenommen. Die Aktie notierte am Dienstag im Plus. Analysten lobten die klare Kommunikation der Ziele. „Die Erste Group zeigt sich zuversichtlich für die kommenden Jahre. Mit einer Verdopplung des Gewinns je Aktie wäre die Bank deutlich attraktiver bewertet“, kommentierte ein Analyst. Das Erreichen der Ziele hängt jedoch stark von der weiteren Zinsentwicklung und der wirtschaftlichen Dynamik in Osteuropa ab.
Die Erste Group ist eine der größten Banken in Österreich und Zentralosteuropa. Mit über 16 Millionen Kunden und einer Bilanzsumme von mehr als 330 Milliarden Euro spielt sie eine Schlüsselrolle in der Region. Die neuen Ziele unterstreichen den Anspruch, das Wachstum weiter zu beschleunigen.



