Ein Haus am Hamburger Hafen gleicht einem Dauerbrenner der Angst: Seit Monaten sorgt ein 65-jähriger Mieter für Chaos, brüllt, randaliert und wirft Gegenstände aus dem vierten Stock. Die Polizei rückte in diesem Jahr bereits über 100 Mal an, wie die Beamten bestätigten. Doch der Mann bleibt trotz Festnahmen in seiner Wohnung – und die Nachbarn fühlen sich alleingelassen.
Der Alltag der Angst
„Wir haben ständig Angst“, sagt eine Anwohnerin, die anonym bleiben möchte. Der Rentner pöbelt nicht nur, sondern zerstört auch Mobiliar und Türen. Mehrfach flogen Flaschen und andere Gegenstände aus dem Fenster, wobei glücklicherweise niemand verletzt wurde. Die Bewohner berichten, dass die Polizei zwar schnell vor Ort sei, aber nach kurzer Zeit wieder abziehe. „Er wird kurz mitgenommen, aber am nächsten Tag ist er wieder da“, so ein Nachbar.
Warum der Mann immer wieder zurückkommt
Die rechtlichen Hürden sind hoch: Der Mieter wird wegen Hausfriedensbruchs oder Sachbeschädigung angezeigt, aber eine dauerhafte Unterbringung ist nur bei Eigengefährdung möglich. Da der Mann keine akute Gefahr für sich selbst darstellt, bleibt nur die vorläufige Festnahme. „Wir können ihn nicht einfach einsperren“, erklärte ein Polizeisprecher auf Nachfrage. Die Staatsanwaltschaft prüft mittlerweile eine Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung, doch das Verfahren zieht sich hin.
Die Behörden am Limit
Das Bezirksamt Hamburg-Mitte ist über den Fall informiert, aber die Möglichkeiten sind begrenzt. „Wir können nur vermitteln und auf den Vermieter einwirken“, so eine Sprecherin. Eine Räumungsklage wurde eingereicht, doch solche Verfahren dauern in Deutschland oft Monate. Die Hausverwaltung zeigt sich ratlos: „Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, aber der Mieter lässt sich nicht beeindrucken.“
Lösungen in Sicht?
Die Politik diskutiert, ob härtere Maßnahmen gegen Störenfriede nötig sind. Der Fall zeigt die Lücken im System: Zwar wurde der Mann mehrfach festgenommen, aber nie länger als 24 Stunden in Gewahrsam genommen. Die Anwohner fordern eine schnellere Räumung und mehr Schutz. „Wir können so nicht weiterleben“, sagt eine betroffene Familie. Bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist, bleibt das Haus am Hafen ein Ort der Unsicherheit.



