DFB-Reform: Klubs stimmen über Regionalliga-Zukunft ab
DFB-Reform: Klubs stimmen über Regionalliga ab

Die Entscheidung über die Zukunft der Regionalliga rückt näher. Am Montag, dem 29. Juni, stimmen die Klubs in ihren jeweiligen Regionalverbänden über die anstehende Reform ab. Erstmals im deutschen Profifußball dürfen die Vereine selbst entscheiden, welches Modell künftig gelten soll. Unter der Prämisse „Meister müssen aufsteigen“ stehen mit dem Kompassmodell und dem Regionenmodell zwei Vorschläge zur Auswahl. Ziel ist es, die bislang fünf Regionalligen ab der Saison 2028/2029 auf vier zu reduzieren.

Einigung auf 18 Teams pro Liga sorgt für Unruhe

Bereits am 2. Juni einigten sich die Verbandsbosse darauf, dass in den vier künftigen Ligen jeweils 18 Teams spielen werden. Diese Entscheidung hatte zuletzt für große Unruhe gesorgt, da bislang erwartet worden war, dass die Staffeln mit 20 Vereinen bestückt werden. Zudem wurde beschlossen, dass ein Modell nur dann umgesetzt wird, wenn es in allen fünf Regionalverbänden eine Mehrheit findet.

Das Regionenmodell sieht vor, die derzeit bestehenden Regionalligen Bayern, Nord und Nord-Ost zu zwei Ligen zusammenzufassen. Die Regionalligen West und Südwest würden hingegen bestehen bleiben. Beim Kompassmodell werden die Vereine nach der kürzesten Fahrtstrecke innerhalb einer Liga eingeteilt. Dieses Modell wird von der Initiative „Aufstiegsreform 2025“ unterstützt.

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Algorithmus statt KI: Experte klärt auf

Für das Kompassmodell kommt ein Algorithmus zum Einsatz, der die Ligen auf Basis der Fahrtstrecken bestimmt. Dies wirft die Frage auf: Greift jetzt Künstliche Intelligenz in den deutschen Fußball ein? Die Antwort lautet: Nein. Dr. Niklas Meyer, Experte für Digitalisierung und KI im Finanzbereich, stellt klar: „Algorithmen dieser Art sind keine ‚KI‘. Solche Algorithmen gibt es schon seit über 50 Jahren, sie sind also nichts Neues.“

Meyer erklärt, dass bestimmte Parameter festgelegt werden müssen, damit der Algorithmus die Ligen einteilen kann. Schon kleine Veränderungen dieser Parameter können große und oft nur schwer vorhersehbare Auswirkungen auf alle Ligen haben. „Es gibt nicht die eine optimale Lösung“, betont der Assistenzprofessor an der Freien Universität Amsterdam. „Jedes ‚Kompassmodell‘ ist lediglich eine mathematische Annäherung, die immer wieder eine bessere Lösung präsentieren kann, je häufiger man den Algorithmus durchlaufen lässt.“

Langzeitfolgen: Ballungsräume profitieren, Flächenländer verlieren

Meyer merkt an, dass es „quasi ausgeschlossen ist“, dass bei jedem Durchlauf ein Kompass mit einer Regionalliga je Himmelsrichtung als Lösung herauskommt. Zudem sei nicht gewährleistet, dass Derbys bestehen bleiben, da dem Algorithmus ausschließlich die Fahrtstrecke zugrunde liegt. Vor allem warnt der Experte jedoch vor den Langzeitfolgen: „Sie sind vorhersehbar und keineswegs zufällig. Die Ligen könnten sich schnell verschieben – zum Leidwesen von Flächenländern, denen die Erosion droht.“

Vorteile hätten hingegen Ballungsräume, wie es beispielsweise im Westen der Fall ist. Denn Ballungsräume werden „mit großer Wahrscheinlichkeit“ seltener aufgetrennt, so Meyer. Demnach würden sich die Ligen immer mehr zu den Ballungszentren verschieben. Die Abstimmung am Montag wird zeigen, ob die Vereine das Regionenmodell oder das algorithmusbasierte Kompassmodell bevorzugen.

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