Irrer Plan: Fans von 1860 München wollen Trikotsponsor werden
Fans von 1860 München planen Trikotsponsoring

Beim ehemaligen Drittligisten TSV 1860 München herrscht weiterhin Stillstand. Während sich die Profi-Abteilung in der Vorinsolvenz befindet, läuft auch die neugegründete Fußball-Betriebsgesellschaft (GmbH) nur schleppend an. Jetzt planen die Fans einen Coup: Sie wollen selbst als Trikotsponsor einspringen.

Spendenaktion für das Löwen-Trikot

Nach dem Zwangs-Absturz in die Regionalliga riefen die 1860-Anhänger bereits zum Spenden auf. Prominente Unterstützer wie DFB-Boss und Ex-Löwe Rudi Völler hatten ihre Unterstützung zugesagt. Bisher sind rund 145.000 Euro eingegangen. Nun gibt es die nächste Fan-Idee für die Pleite-Löwen: Mit dem Spruch „Football for the People“ wollen die Anhänger auf die Brust des Löwen-Trikots – dorthin, wo eigentlich der Hauptsponsor werben sollte.

Das Spendenziel liegt bei 250.000 Euro, ein ambitioniertes Vorhaben. Klappt es, ist ihnen mindestens der Ärmel sicher. Branchenüblich in der Regionalliga liegt ein Ärmelsponsoring bei rund 75.000 bis 100.000 Euro. Aktuell sind 59.820 Euro eingegangen (Stand Montag, 17 Uhr).

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Kampagne der Ultras aus der Westkurve

Die Kampagne der Ultras aus der Westkurve lautet: „Fußball ist Volkssport, Fußball gehört den Fans und denen, die ihn lieben, keinen Firmen oder Investoren! Diese Kampagne wendet sich explizit nicht nur an Fans unseres Vereins, unsere Message betrifft alle Fußballfans in Deutschland und der Welt, und wir hoffen, dass sich auch außerhalb des Löwenkosmos Menschen solidarisch mit uns zeigen! Freiheit für Sechzig – Freiheit für den Fußball!“

1860-Präsident Gernot Mang (56) äußerte sich gegenüber BILD: „Ich finde diese Aktion außergewöhnlich und sie zeigt, wie sehr die Fans für ihren Verein kämpfen. Der Aufruf soll ein Zeichen setzen, richtet sich aber nicht gegen Sponsoren. Ohne diese geht es nicht. Dennoch muss die Prämisse immer sein: Fußball gehört den Fans.“

Schwierige Sponsorensuche

Ob die Fans am Ende sogar auf der Brust landen? Nach BILD-Informationen gestaltet sich die Suche nach einem Hauptsponsor schwierig. Nach zehn Jahren hatte „Die Bayerische“ von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht. In der neuen GmbH wird mit rund 500.000 Euro kalkuliert. Doch der Zeitdruck für 1860 wird immer größer, die neue Saison startet regulär am 24. Juli.

Die Löwen haben beim Bayerischen Fußballverband einen Antrag gestellt, in der 19er-Liga am ersten Spieltag spielfrei zu haben. Noch wurde dies aber nicht bestätigt. Dann hätten die Löwen wenigstens eine Woche mehr Zeit gewonnen. Zeit, die sie neben Geld dringend benötigen. Denn rund 4 Millionen Euro sind angesetzt, um in der Regionalliga oben mitspielen zu können (inklusive Nachwuchsleistungszentrum). Doch von einer fertigen Mannschaft oder neuen Sponsoren-Verträgen ist man noch weit entfernt.

Verhandlungen über Infrastruktur

Aktuell wird hinter den Kulissen darüber verhandelt, wie sich die neue GmbH in die insolvente KGaA einmieten kann, um auf deren Infrastruktur (unter anderem Ticketing) zugreifen zu können. Doch die Uhr tickt erbarmungslos.

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