Fünf Mutmacher: Warum der DFB-Neustart mit Klopp Hoffnung gibt
Fünf Mutmacher: DFB-Neustart mit Klopp macht Hoffnung

Das frühe WM-Aus ist längst nicht verarbeitet, die Stimmung in Fußball-Deutschland ist nah am Tiefpunkt. Die sich anbahnende Verpflichtung von Jürgen Klopp als Bundestrainer sendet jedoch ein starkes Aufbruchsignal. Doch es gibt noch mehr Hoffnungen auf eine erfolgreichere Zukunft. Fünf Mutmacher zeigen, warum der Neustart gelingen kann.

Der Klopp-Faktor

Misserfolg? Kennt Jürgen Klopp nicht. Selbst als er in seiner letzten Dortmunder Saison nach 19 Spieltagen Letzter war, führte er das Team noch in den Europapokal. Er küsste den FC Liverpool wach und wurde durch seine Zeit an der Anfield Road zur weltweiten Marke. Diese steht für Emotionalität, Sympathie und Titel. Eine Nationalmannschaft ist Neuland für den Schwaben, aber er hat bewiesen, dass er unterschiedliche Mannschaften nachhaltig verbessern kann.

Die Finanzen des DFB

Der DFB ist mit über acht Millionen Mitgliedern der größte nationale Sportverband der Welt. Doch bei den Finanzen war die Lage lange Zeit angespannt. Der DFB-Campus in Frankfurt kostete 180 Millionen Euro, sportlicher Erfolg bei den Weltmeisterschaften von 2018 bis 2026 und damit Prämien blieben aus, und die Sommermärchen-Steueraffäre kostete über 20 Millionen Euro an Nachzahlungen. Doch man konsolidierte sich: 2025 erwirtschaftete der Verband einen Überschuss von 19 Millionen Euro und verfügt über 188 Millionen Euro Eigenkapital. Ab 2027 kommt Nike als neuer Ausrüster an Bord – für dem Vernehmen nach 100 Millionen Euro pro Jahr bis 2034. Der Verband hat das Tal finanziell wohl durchschritten. Bis 2029 möchte der DFB schuldenfrei sein.

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Der junge Kern

Der Großteil der Nationalmannschaft ist nicht nur hoch veranlagt, sondern auch noch sehr jung. Florian Wirtz und Jamal Musiala sind 23 Jahre alt, Aleksandar Pavlovic erst 22 und einer wie Assan Ouédraogo gar erst 20. Bayern-Jungstar Lennart Karl (18) war ein echter Hoffnungsträger für die WM in Amerika, verletzte sich aber vor dem letzten Testspiel in Chicago und fiel fürs Turnier aus. Dort machte der Neu-Bayer Nathaniel Brown (23) besonders auf sich aufmerksam. Das Potenzial ist vorhanden, es muss nur reifen und schließlich ausgeschöpft werden. Das sollte den Spielern zunächst in ihren Vereinen und dann unter Klopp beim DFB gelingen.

Erfolg im Nachwuchs

Faktisch hat Deutschland kein Nachwuchs-Problem – zumindest mit Blick auf die jüngere Vergangenheit. Die U17 wurde 2023 Welt- und Europameister, die U19 erreichte 2025 das EM-Halbfinale. Die U21 stand im selben Jahr im EM-Finale. Die Basis ist vorhanden, nun müssen sich die Talente entsprechend entwickeln und im Profi-Fußball durchsetzen. Das dürfte die größte Hürde sein. Von den U17-Weltmeistern hat Leipzigs Ouédraogo bereits den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft, Finn Jeltsch sich in Stuttgart durchgesetzt. Noah Darvich versucht sich nach einer starken Drittliga-Saison bei Bundesliga-Aufsteiger Elversberg am Durchbruch, Max Moerstedt stagnierte bei Hoffenheim nach gutem Start zuletzt.

Sturm-Problem behoben

Die jahrelange Neuner-Diskussion ist eigentlich obsolet. Deutschland hat wieder mehrere Mittelstürmer-Optionen. Kai Havertz hat bei dieser WM trotz aller Enttäuschung drei Tore erzielt, Deniz Undav ebenfalls und zwei weitere aufgelegt. Hinzu kommt in Nick Woltemade eine deutlich jüngere Alternative. Fasst der 24-Jährige im Club – aktuell ist es Newcastle United – wieder Fuß und kommt in Form, dürfte er auch in der Nationalmannschaft ein Faktor sein.

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