Borussia Mönchengladbach treibt den Umbau weiter voran und setzt dabei auf japanische Verstärkung. Mit Daiki Hashioka (27) hat der Bundesligist den dritten Japaner im Kader willkommen geheißen. Der 27-Jährige, der zwölf Länderspiele für Japan absolviert hat, wird künftig das Trikot der Fohlen tragen. Zusammen mit Shuto Machino (26) und Zento Uno (22) bildet er damit ein Trio aus dem Land der aufgehenden Sonne. Schon in der Vorsaison war mit Leihspieler Kota Takai (21) ein weiterer Japaner dabei, der allerdings nach Tottenham zurückgekehrt ist.
Sport-Boss Rouven Schröder (50) macht kein Geheimnis aus seiner Vorliebe für japanische Profis. Gegenüber der Bild-Zeitung erklärte er: „Ich habe in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen mit japanischen Spielern und grundsätzlich die Beziehung zu den Menschen gemacht! Sie sind sehr demütig, arbeitswillig, diszipliniert und wissbegierig und vor allen Dingen respektvoll gegenüber Klub und Mitspielern. Sie geben alles für ihr Team und passen gut in ein Gefüge!“ Damit nennt Schröder genau die Eigenschaften, die er sich für den Gladbacher Kader wünscht.
Schröders Japan-Connection
Schröders Japan-Connection reicht weit zurück. Schon in seiner Zeit als Sportdirektor beim FSV Mainz verpflichtete er mit Yoshinori Muto (34) einen japanischen Angreifer. Beim FC Schalke setzte er auf die Dienste von Ko Itakura (29) und Maya Yoshida (37) – Itakura war zuvor bereits für Borussia aktiv. Bei seiner letzten Station, Red Bull Salzburg, standen mit Takumu Kawamura (26), Sota Kitano (21) und Anrie Chase (22) sogar drei Japaner im Kader. Nun also Gladbach – die dritte Station mit einem japanischen Block.
Diese Kontinuität ist bemerkenswert und zeigt, dass Schröder nicht nur kurzfristig denkt. Die japanischen Spieler bringen nicht nur sportliche Qualität mit, sondern auch eine Mentalität, die als vorbildlich gilt. Sie sind diszipliniert, lernwillig und stellen das Team über ihre eigenen Interessen. Gerade in einer Mannschaft, die in der vergangenen Saison nicht immer stabil wirkte, können solche Charaktere wichtig sein.
Von der „Borussia Schweiz“ zur „Asia-Filiale“
Der Bundesligist hat bereits bewiesen, dass er mit einer Gruppe aus einem Land erfolgreich sein kann. 2019 trugen mit Yann Sommer (37), Nico Elvedi (29), Denis Zakaria (29), Michael Lang (35) und Breel Embolo (29) gleich fünf Schweizer das Gladbacher Trikot. Manager Max Eberl hatte damals eine klare Vorliebe für Spieler aus der Eidgenossenschaft. „Borussia Schweiz“ wurde das Team damals liebevoll genannt. Übrig geblieben ist von dieser Gruppe nur noch Verteidiger Elvedi, der bis heute einer der Führungsspieler ist.
Nun verfolgt Schröder eine ähnliche Strategie, nur mit anderem Nationalitäten-Schwerpunkt. Die Zeiten von „Borussia Schweiz“ sind vorbei – jetzt heißt es „Asia-Filiale“. Ob sich dieser Spitzname durchsetzen wird, hängt vom Erfolg ab. Die Voraussetzungen sind jedenfalls gut: Die japanischen Spieler sind bekannt für ihre Professionalität und ihren Fleiß, und mit einem Dolmetscher im Hintergrund wird auch die Kommunikation erleichtert.
Integration auf Japanisch
Eine wichtige Säule der Japan-Offensive ist Atsushi Waki (35). Der Dolmetscher ist fest eingebunden und steht den drei Japanern bei allen sprachlichen Hürden zur Seite. Gerade am Anfang in einem neuen Land ist solche Unterstützung immens wichtig. Spieler wie Machino und Uno dürften von dieser Hilfe bereits profitiert haben, und auch Hashioka wird sie in Anspruch nehmen. Damit vermeidet der Verein typische Eingewöhnungsprobleme, die bei ausländischen Profis sonst häufig auftreten.
Die Integration spielt auch abseits des Platzes eine große Rolle. Wer sich in der neuen Umgebung wohlfühlt und verstanden wird, der kann sich besser auf den Sport konzentrieren. Zudem entwickeln die Spieler eine stärkere Bindung zum Verein und zu den Fans. Davon profitiert die gesamte Mannschaft. Die Verantwortlichen haben offenbar aus den Erfahrungen der Vergangenheit gelernt, als manche internationale Transfers nicht die gewünschten Früchte trugen.
Für die kommende Saison ist die Erwartung klar: Die japanischen Neuzugänge sollen für spielerische Impulse sorgen und dazu beitragen, dass Borussia in der Bundesliga wieder eine bessere Rolle spielt. Der Konkurrenzkampf im Kader wird dadurch größer, was die Qualität des Teams insgesamt steigern kann. Schröder hat mit seiner Politik bisher oft gute Entscheidungen getroffen – nun muss sich die „Asia-Filiale“ sportlich beweisen.
Fest steht: Gladbach geht mit einem Team an den Start, das sprachlich und kulturell enger zusammengerückt ist. Ob das reicht, um an alte Erfolge anzuknüpfen, wird sich zeigen. Aber eines ist sicher: Die „Asia-Filiale“ hat das Potenzial, in Mönchengladbach eine Erfolgsgeschichte zu werden – genau wie es einst die „Borussia Schweiz“ war.



