Fifa verteidigt umstrittene Investoren-Pläne gegen Kritik
Fifa verteidigt Investoren-Pläne für WM-Rechte

Die Fifa hat ihre umstrittenen Pläne, Anteile an den kommerziellen Rechten künftiger Weltmeisterschaften an Investoren zu verkaufen, gegen heftige Kritik verteidigt. In einer Stellungnahme wies der Weltverband die Vorwürfe aus der Uefa zurück und bekräftigte zugleich sein Vorhaben.

Der Weltverband erklärte, man wolle mit den Plänen sicherstellen, „dass alle FIFA-Mitgliedsverbände die Möglichkeit haben, sich bedeutungsvoll an den kommerziellen Möglichkeiten des Fußballs in ihren jeweiligen Ländern zu beteiligen“. Man nehme das öffentliche Feedback und die Bedenken zur Kenntnis und respektiere diese. Zugleich bekräftigte die Fifa ihr Bekenntnis zu einem „offenen und demokratischen Konsultationsprozess“. Allerdings hätte eine „falsche Berichterstattung in den Medien“ diesen Prozess gestört, hieß es weiter.

Hintergrund: Was sieht der Investoren-Plan vor?

Die Fifa will eine neue Tochtergesellschaft mit dem Namen „FIFA Forward Enterprise“ (FFE) gründen. Über diese Gesellschaft sollen rund 20 Prozent der Anteile an den kommerziellen Rechten bei Turnieren wie Weltmeisterschaften an externe Investoren verkauft werden. Das bedeutet, dass Investoren künftig an den Einnahmen aus Vermarktung, Übertragungsrechten und Sponsoring der Turniere mitverdienen würden. Der genaue Zeitplan für die Umsetzung ist bislang offen; die Pläne müssen noch von den Mitgliedsverbänden auf einem der nächsten Kongresse abgesegnet werden.

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Dieser Schritt stößt vor allem bei der Uefa auf massiven Widerstand. Die 55 Mitgliedsverbände der Europäischen Fußball-Union haben einstimmig beschlossen, sämtliche Fifa-Turniere zu boykottieren, sollte die Fifa die Pläne tatsächlich umsetzen. Ein solcher Boykott hätte weitreichende Konsequenzen für den internationalen Fußball, da die europäischen Nationalmannschaften zu den wichtigsten Teilnehmern bei Weltmeisterschaften gehören. Auch die Qualifikationsspiele für die Weltmeisterschaft wären von einem Boykott betroffen, was zu einer massiven Störung des gesamten Spielplans führen würde.

„Niemand verkauft den Fußball“

In ihrer Antwort auf die Kritik wählte die Fifa deutliche Worte. „Niemand verkauft den Fußball. Das ist etwas, was die Fifa niemals in Betracht ziehen würde“, heißt es in der Mitteilung. Ohne die mehrheitliche Unterstützung der Mitgliedsverbände würden die kommerziellen Aktivitäten der Fifa unverändert bleiben, erklärte der Verband weiter. Vielmehr gehe es darum, jedem Mitgliedsverband die Möglichkeit zu geben, den Vorschlag zu prüfen und „bei der Gestaltung seiner eigenen Zukunft mitzuwirken“. Dies entspreche den „demokratischen Grundsätzen der Fifa“.

Kritiker sehen in dem Vorhaben jedoch einen Ausverkauf des Weltfußballs und eine Stärkung der finanziellen Macht der Fifa auf Kosten der Verbände. Die Formulierung der Fifa, dass ohne die Zustimmung der Mitglieder nichts passieren werde, wird von Beobachtern als Versuch gewertet, den Druck aus der Diskussion zu nehmen und die Entscheidung zu verzögern. Die Fifa selbst bezeichnet die Kritik als durch „falsche Berichterstattung in den Medien“ befeuert und verweist auf den demokratischen Prozess innerhalb des Verbands.

Machtkampf zwischen den Verbänden

Die Auseinandersetzung um die Investoren-Pläne ist auch Ausdruck eines grundlegenden Machtkampfs zwischen der Fifa und der Uefa. Während die Fifa als Weltverband die globalen Interessen des Fußballs vertritt, sieht sich die Uefa als Vertreterin der wirtschaftlich stärksten Liga- und Nationalverbände. Eine Einschränkung ihrer Mitspracherechte könnte die Uefa deutlich schwächen und den Einfluss der europäischen Verbände auf die Finanzströme im Weltfußball verringern.

Es bleibt abzuwarten, wie sich der Konflikt weiterentwickelt. Die Fifa hat angekündigt, den Dialog mit den Mitgliedsverbänden suchen zu wollen, doch die Fronten sind verhärtet. Sollte die Uefa ihre Boykottdrohung wahr machen, wäre dies ein beispielloser Vorgang in der Geschichte des Weltfußballs. Eine Einigung ist derzeit nicht in Sicht; beide Seiten beharren auf ihren Positionen.

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