Krösche kritisiert Bundesliga-Niveau: Zu viel „Mann gegen Mann“
Krösche: Bundesliga-Qualität leidet unter „Mann gegen Mann“

Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche hat die Qualität der Bundesliga nach dem frühen Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft öffentlich kritisiert. Der 45-Jährige sieht eine problematische Entwicklung im deutschen Oberhaus: „Sehr viel Mann gegen Mann“ – das sei ein zentrales Manko, das den deutschen Fußball schwäche.

Die WM-Blamage, bei der die DFB-Elf bereits in der Zwischenrunde scheiterte, wirkt nach. Experten und Fans diskutieren seit Wochen über die Gründe des Niedergangs. Nun meldet sich erstmals ein führender Funktionär der Liga mit klaren Worten. Krösche, der bei Eintracht Frankfurt für den Sportbereich verantwortlich ist, stellte fest, dass die Bundesliga zu einseitig auf körperliche Zweikämpfe setze. Dies gehe zulasten von taktischer Finesse und spielerischen Lösungen.

Krösche: „Mann gegen Mann“ als Symptom für tiefer liegende Probleme

Laut Krösche fehle es der Liga an kreativen Köpfen und strukturiertem Spielaufbau. Stattdessen dominiere ein direktes, zweikampforientiertes Spiel, das sich vor allem durch hohes Tempo und Physis auszeichne. Diese Entwicklung, so der Sportvorstand, sei auch ein Grund für die internationale Stagnation deutscher Vereine und der Nationalelf. „Wir müssen wieder mehr Wert auf Spielkontrolle und Variabilität legen“, forderte Krösche in einem Bericht, der zunächst nur über BILDplus zugänglich war.

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Die Kritik kommt nicht überraschend: Bereits in den vergangenen Jahren mahnten Trainer wie Julian Nagelsmann oder Thomas Tuchel eine höhere taktische Intelligenz an. Allerdings scheiterte eine Umsetzung oft an den Rahmenbedingungen – etwa der hohen Fluktuation von Spielern oder dem Druck, schnelle Ergebnisse zu liefern.

Auswirkungen auf die Nationalmannschaft

Das Scheitern der DFB-Auswahl in Katar, das bei der kommenden WM in Nordamerika erneut droht, wird auch auf die Defizite der Bundesliga zurückgeführt. Nationalspieler, die in der Liga täglich mit „Mann gegen Mann“ konfrontiert werden, tun sich schwer, auf internationalem Niveau gegen taktisch disziplinierte Teams zu bestehen. Krösche betonte, dass die Vereine gefordert seien, die Ausbildung zu verbessern. „Die Liga muss ihre Hausaufgaben machen“, so der 45-Jährige.

Ob diese Kritik zu konkreten Veränderungen führt, bleibt abzuwarten. Die DFL und die Klubs stehen unter Druck, die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Fußballs zu sichern. Krösches Wortmeldung könnte den Anstoß für eine breitere Debatte über die Zukunft der Bundesliga geben.

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