Nach einem Sturz vor wenigen Wochen ist die Autorin Jessica Hanack gezwungen, ihr Rennrad wieder im Wohnzimmer auf dem Rollentrainer zu nutzen – mitten im Hochsommer. Eigentlich war das Gerät nur für den Winter gedacht, doch die Verletzung erlaubt noch keine Ausfahrten im Freien. Nun sucht sie nach Wegen, die Hitze in der Wohnung zu überstehen.
Vom Wintergerät zum Sommerqualm
Der Rollentrainer stand ursprünglich nur in der kalten Jahreszeit im Wohnzimmer und wurde pünktlich zum Frühjahrsbeginn im März in den Keller verbannt. Der Plan: Das Gerät sollte bis November eingelagert bleiben. Doch der Sturz durchkreuzte diese Planung. „Ich musste mich schneller als erwartet wieder an den Anblick des Rennrads im Wohnzimmer gewöhnen“, schreibt Hanack. „Die Gewöhnung ging zwar schneller als im Winter, aber dass ich jetzt im Hochsommer drinnen fahre, hätte ich nie gedacht.“
Tour de France als Ablenkung? Nur bedingt
Um die Zeit auf dem Trainer erträglicher zu machen, versuchte Hanack, die Tour de France zu verfolgen. Doch die Radprofis auf dem Bildschirm konnten nicht von der Tatsache ablenken, dass die Temperatur in ihrer Wohnung während der Fahrt auf über 25 Grad Celsius stieg. Selbst ein Turmventilator auf höchster Stufe und in maximaler Nähe zum Rennrad sorgte kaum für Erfrischung. „Die fünf Grad mehr als die sonst üblichen 20 bis 21 Grad haben das Anstrengungslevel erheblich angehoben“, beschreibt sie. „Es ist mir ein Rätsel, wie manche unter diesen Bedingungen zwei oder drei Stunden fahren können.“
Balkon als Alternative oder peinliche Nachbarblicke?
Eine Option, die Hanack bei anderen Sportlern beobachtet hat, ist das Verlegen des Trainings auf den Balkon. Zwar wird es dort nicht kälter, aber der Wind könnte für Abkühlung sorgen. Bisher zögert sie jedoch: „Auch wenn in Berlin fast alles als normal gilt – der eine oder andere Nachbar könnte sich wundern, was ich auf dem Balkon veranstalte.“
Kühlungstricks von den Profis erhofft
Bis die Verletzung vollständig ausgeheilt ist und sie wieder draußen fahren kann, wird sich Hanack noch gedulden müssen. Eine Chance bietet die Tour de France Femmes, die am Samstag startet. Sie erhofft sich davon nicht nur Motivation, sondern auch praktische Kühlungstipps der Profis. Die Männer der Tour de France nutzten zuletzt Eispackungen im Nacken, gekühlte Getränke und kalten Sprühnebel während des Warmfahrens. „Vielleicht gelingt es einer deutschen Fahrerin sogar, eine Etappe zu gewinnen – das wäre ein Motivationsschub, den ich zuletzt vermisst habe“, so Hanack.



