Lahm kritisiert Bundesliga: Fehlende Spezialisten und klare Profile
Lahm: Bundesliga fehlen klare Profile

Der frühere DFB-Kapitän Philipp Lahm hat die Bundesliga scharf kritisiert. Im Interview mit dem Magazin „stern“ bemängelte er die Austauschbarkeit der Spieler und das Fehlen klarer Profile. „Die Bundesliga insgesamt macht mir Sorgen im Vergleich mit anderen europäischen Topligen. Die englische Premier League steht für Wucht und Athletik, die spanische La Liga für anspruchsvollen Ballbesitzfußball – und die Bundesliga? Mir fällt kein passendes Etikett ein“, sagte Lahm.

Zu viele „Alleskönner“ ohne Spezialisierung

Lahm, der unter anderem als Berater für den VfB Stuttgart tätig ist, kritisierte die Ausbildung in Deutschland: „Man bildet zu viele ähnliche Spielertypen aus, die alles ganz gut können, aber keine Position perfekt beherrschen. Es fehlen klare Profile.“ Diese Entwicklung habe auch Auswirkungen auf die Nationalmannschaft, die bei der anstehenden WM aufgestellt werden muss.

Kimmich als Beispiel für die Misere

Ein konkretes Beispiel sei Joshua Kimmich, der in der Nationalelf auf der rechten Verteidigerposition spielen muss, obwohl er beim FC Bayern seit Jahren im zentralen Mittelfeld auf höchstem Niveau agiert. „Ich würde mir wünschen, dass Joshua in der Nationalelf im zentralen Mittelfeld spielt. Aber auch auf rechts sehe ich ihn nicht als Notlösung. Er ist ein Weltklassespieler, auch auf der Außenbahn“, so Lahm.

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Laut Lahm könne man das Fehlen von Spezialisten kompensieren, wenn man ein eingespieltes Gerüst habe. „Dieses Gerüst kann ich bislang nicht erkennen. Das hat mit Verletzungen von Spielern zu tun, aber nicht nur. Ein bisschen mehr Konstanz würde der Nationalmannschaft guttun“, sagte der Weltmeister von 2014.

Kritik an Bundestrainer Nagelsmann

Lahm wiederholte damit seine frühere Kritik an Bundestrainer Julian Nagelsmann. Bereits im Dezember 2025 hatte er die vielen Wechsel in der Startelf bemängelt, die den etablierten Spielern die nötige Sicherheit nähmen. Dennoch traut Lahm der Mannschaft einiges zu: „Der Weg kann bis ins Halbfinale oder sogar Finale führen.“ Er wünsche sich eine ähnliche Euphorie wie beim Sommermärchen 2006.

Die Kritik Lahms kommt wenige Tage vor dem WM-Start und dürfte die Diskussion um die Aufstellung der Nationalmannschaft weiter anheizen.

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