Déjà-vu in Köln – aber diesmal mit Happy End für die Füchse Berlin! Ein Jahr nach der bitteren Final-Pleite gegen den SC Magdeburg (26:32) schlagen die Füchse zurück und drehen die Geschichte. Die Mannschaft von Trainer Nicolej Krickau (38) besiegt den SCM 40:35 (19:17). Mit Tempo, Mut und eiskalter Effektivität entreißen sie dem Favoriten den Traum von der Titelverteidigung. Die Revanche ist perfekt, die Hauptstadt explodiert: Berlin steht zum ersten Mal ganz nah am Thron Europas.
Der Weg ins Finale
Die Füchse Berlin treffen am Sonntag im Endspiel (18 Uhr, Dyn und Dazn) auf den Sieger des zweiten Halbfinals, FC Barcelona gegen Aalborg mit Juri Knorr (26). Das Halbfinale ist das Duell der Erzrivalen. In dieser Saison gewann der SCM die Deutsche Meisterschaft. Und die Füchse haben noch eine offene Rechnung: In der Bundesliga verloren die Berliner zuletzt beide Duelle gegen Magdeburg (32:39 und 33:35) und im Vorjahr triumphierte der SCM im Champions-League-Finale (32:26) gegen die Füchse.
Erste Halbzeit: Füchse dominieren
Die erste Hälfte gehört den Füchsen. Nach 18 Minuten haben sie einen ersten kleinen Drei-Tore-Vorsprung (13:10), wirken in ihren Aktionen sicherer und souveräner. Doch der clevere SC Magdeburg lässt sich nicht abschütteln. Die Tempo-Maschine der Füchse rollt und Magdeburg muss mit. Irre, die Berliner werfen in der 1. Halbzeit schon wieder 19 Buden. Die Torhüter, beide Trainer wechseln munter im Kasten durch, haben einen schweren Nachmittag. Melsungens EHF-Cup-Sieger Timo Kastening (30) am Dyn-Mikro ist trotzdem begeistert: „Was für ein Weltklasse-Handballspiel. Die großen Paraden haben wir noch nicht gesehen, aber was für ein geiles Spiel. Der absolute Wahnsinn.“
Die Stars liefern sich ein Duell
Und was machen die zwei Super-Stars? Mathias Gidsel (27) braucht bei den Füchsen 17 Minuten für sein erstes Tor und auch Magdeburgs Gisli ist in den ersten 30 Minuten noch nicht ganz auf Betriebstemperatur (2 Tore aus drei Versuchen). In der zweiten Halbzeit drehen die beiden Leader auf. Ein Spiel zum Zungenschnalzen. Die Füchse führen plötzlich mit vier Toren (23:19/33.). Das Duell heißt jetzt Gidsel (9 Tore) gegen Gisli (5 Treffer). Wie sympathisch! Der deutsche Nationalspieler Timo Kastening kriegt sich gar nicht mehr ein, schwärmt für seine Liga-Gegner: „Was soll ich hier erzählen, ich will dieses Spiel einfach nur genießen.“
Spannende zweite Halbzeit
Nach 48 Minuten ist der SCM mit seinem gnadenlosen Eins-gegen-Eins-Spiel seit dem 3:2 (7.) zum ersten Mal wieder in Führung. Kein Wunder, das Spiel der gerade beiden besten Teams der Welt – ein Krimi. Und dann kommt Keeper Dejan Milosavljev (30) zurück, hält die Bälle sogar mit dem Kopf. Füchse 38:33 (58.) vorn Das ist der Sieg.
Talente feiern Erfolg
Eine Final-Party feiern auch die Talent-Füchse bei ihrem Debüt. Die B-Jugend, trainiert von Füchse-Boss Bob Hanning (58) sichert sich mit einem 35:27 gegen die Veszprém Handball Academy (Ungarn) das Endspiel der Youth Club Trophy gegen GOG (Dänemark) und darf am Sonntag (11.30 Uhr) ihr Finale auch in der großen Lanxess Arena spielen.



