Völler offenbart Zweifel nach Weltmeisterschafts-Debakel
Rudi Völler (66), Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hat eingeräumt, nach dem frühen Ausscheiden der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 zeitweise über einen Rücktritt nachgedacht zu haben. Gegenüber dem Sportinformationsdienst (SID) sagte er: „Ich habe gewackelt. Nach so einer Blamage fragt man sich natürlich, ob man der Richtige ist.“ Das DFB-Team war bereits in der Gruppenphase ausgeschieden – die vierte enttäuschende Turnierleistung in Folge nach dem Vorrunden-Aus 2018 und 2022 sowie dem Viertelfinal-Aus 2024.
Die Last der Verantwortung
Völler übernahm die Rolle des Sportdirektors im Januar 2023 nach der enttäuschenden WM in Katar. Trotz zwischenzeitlicher Erfolge unter Bundestrainer Julian Nagelsmann – darunter ein Sieg gegen Frankreich und eine starke EM 2024 im eigenen Land – sei die WM 2026 ein schwerer Rückschlag gewesen. „Man trägt immer die Verantwortung für den Gesamtprozess. Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, muss man sich hinterfragen“, erklärte der 66-Jährige. Seine Rücktrittsgedanken seien jedoch nach Gesprächen mit Familienmitgliedern und DFB-Präsident Bernd Neuendorf verflogen. „Sie haben mir klargemacht, dass man nach einem Misserfolg nicht einfach aufgeben darf“, so Völler.
Fokus auf die Zukunft
Statt zurückzutreten, will Völler nun die Strukturen im deutschen Fußball weiter reformieren. „Wir müssen aus den Fehlern lernen. Die Jugendarbeit, die Trainerausbildung – all das muss auf den Prüfstand“, kündigte er an. Konkret plant der Sportdirektor eine enge Zusammenarbeit mit den Bundesliga-Vereinen, um Talente besser zu fördern. „Die WM hat gezeigt, dass uns in der Spitze die Konstanz fehlt. Daran arbeiten wir jetzt mit Hochdruck.“ Der DFB hat unter Völlers Leitung bereits ein neues Scouting-System eingeführt und die Nationalmannschaft mit Mentalcoaches verstärkt.
Reaktionen aus dem Fußball
Mehrere Nationalspieler äußerten sich unterstützend. Kapitän Joshua Kimmich sagte dem SID: „Rudi ist ein absoluter Glücksfall für den DFB. Sein Rücktritt wäre ein herber Verlust gewesen. Wir stehen geschlossen hinter ihm.“ Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann betonte: „Rudi hat meine volle Unterstützung. Wir werden gemeinsam den Weg gehen.“ Die nächste große Bewährungsprobe steht bereits 2028 mit der Europameisterschaft an, die Deutschland als Gastgeber ausrichtet. „Bis dahin muss die Mannschaft wieder konkurrenzfähig sein“, so Völler. „Ich werde alles dafür tun – da bin ich mir sicher.“



