US-Börsen vor Quartalszahlen verhalten – Ölpreis rutscht unter 90 Dollar
US-Börsen verhalten vor Tech-Zahlen – Ölpreis fällt

Die Wall Street hat am Montag eine abwartende Haltung eingenommen. Während der Dow Jones um 0,5 Prozent auf 52.210 Punkte zulegte, blieb der S&P 500 mit einem minimalen Plus von 7413 Zählern nahezu unverändert. Der technologielastige Nasdaq gab hingegen um 0,2 Prozent auf 24.932 Punkte nach. Grund für die Zurückhaltung sind mehrere Großereignisse im Laufe der Woche: die Quartalsberichte führender Technologiekonzerne und der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed.

Tech-Schwergewichte unter Beobachtung

In den kommenden Tagen legen mit Microsoft, Amazon, Meta und Apple die wichtigsten Vertreter der Tech-Branche ihre Geschäftszahlen für das zweite Quartal vor. Anleger fragen sich, ob die jahrelange Hausse, die durch den Hype um Künstliche Intelligenz ausgelöst wurde, an Fahrt verliert. Bereits in der Vorwoche hatten hohe Investitionen in KI bei Tesla und der Google-Mutter Alphabet für Verunsicherung gesorgt. Die Aktien beider Unternehmen waren nach Vorlage der Zahlen unter Druck geraten.

Fed-Zinsentscheid am Mittwoch

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die geldpolitische Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch. Händlern zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei 38 Prozent. „Ein Teil der Marktreaktion könnte mit dem aufkommenden Verdacht zusammenhängen, dass vielleicht eine Zinsanhebung ansteht“, erklärte Bill Merz, Marktexperte bei U.S. Bank Asset Management. Sollte die Fed die Zinsen tatsächlich anheben, wäre dies die erste Erhöhung seit über einem Jahr und ein Signal, dass der Kampf gegen die Inflation noch nicht gewonnen ist.

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Ölpreis fällt nach Trump-Äußerungen

Für Entspannung sorgte dagegen der Rückgang der Ölpreise. Die Sorte Brent verbilligte sich um mehr als acht Prozent auf rund 89 Dollar pro Barrel. US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende eine Serie von Luftangriffen auf den Iran ausgesetzt und von konstruktiven Gesprächen gesprochen. Nur eine Woche zuvor war der Preis nach Angriffen auf Handelsschiffe im Nahen Osten noch auf über 100 Dollar gestiegen. Die Aktien der Ölkonzerne Occidental Petroleum und Exxon Mobil gaben als Reaktion um 4,1 beziehungsweise 1,4 Prozent nach.

Halbleiter unter Druck

Neben den Ölwerten gerieten auch Halbleiteraktien unter Abgabedruck. Der entsprechende Branchenindex fiel um 2,2 Prozent. Auslöser war zum einen der erfolgreiche Börsengang des chinesischen Speicherchip-Herstellers CXMT, der die Konkurrenz für US-Unternehmen verschärft. Zudem machten Berichte über Fortschritte Chinas bei der Herstellung eigener Anlagen zur Chip-Produktion die Runde. Dies schürt Ängste vor einer wachsenden Konkurrenz aus Fernost und einer möglichen Erosion der technologischen Vormachtstellung der USA.

Ausblick

Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Kurse an der Wall Street ihre jüngste Seitwärtsbewegung beenden können. Entscheidend dafür dürften die Quartalszahlen der Tech-Giganten und der Fed-Beschluss sein. Analysten rechnen mehrheitlich mit starken Ergebnissen, warnen aber vor erhöhter Volatilität. Der Ölpreis bleibt aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten im Nahen Osten ebenfalls ein Risikofaktor.

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