Lothar Matthäus, Rekordnationalspieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, hat sich in einer Kolumne für die „Sport Bild“ kritisch zur Aufstellung von Bundestrainer Julian Nagelsmann geäußert. Der 65-Jährige schlägt vor, Kapitän Joshua Kimmich von der rechten Verteidigerposition ins zentrale Mittelfeld zu versetzen. „Kimmich wird im Laufe des Turniers nicht mehr schneller werden, aber die kommenden Gegner werden es sein“, warnte Matthäus. Bereits im Spiel gegen die Elfenbeinküste (2:1) habe Kimmich als rechter Verteidiger gegen Yan Diomande „seine erwartbaren Probleme mit dem Tempo“ gehabt.
Geschwindigkeitsdefizit als Risiko im Turnierverlauf
Die fehlende Geschwindigkeit in der Defensive könnte laut Matthäus im weiteren Turnierverlauf zum Problem werden. „Allein wenn ich an Kylian Mbappé in einem möglichen Achtelfinale gegen Frankreich denke“, so Matthäus. Ein frühes Duell mit dem Weltmeister von 1998 und 2018 droht, falls Frankreich seine Gruppe ebenfalls als Erster abschließt. Um dieses Risiko zu minimieren, schlägt Matthäus vor, Linksverteidiger Nathaniel Brown auf die rechte Seite zu stellen. Der Leipziger David Raum könnte dann die linke Abwehrseite übernehmen.
Neue Mittelfeldachse mit Kimmich und Nmecha
Durch die Umstellung würde Kimmich an die Seite von Felix Nmecha ins zentrale Mittelfeld rücken. „Dort könnte Kimmich noch mehr Einfluss auf das Spiel nehmen“, betonte Matthäus. Für diese Konstellation müsste Kimmichs Bayern-Kollege Aleksandar Pavlovic auf die Bank weichen. Matthäus hob zudem Nmechas Bedeutung hervor: „Ich habe Felix Nmecha schon vor Turnierbeginn als einen der besten Box-to-Box-Spieler der Welt bezeichnet. Wenn Deutschland bei dieser WM Erfolg hat, kann Felix Nmecha jetzt zum Weltstar aufsteigen.“ Der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund überzeuge durch Technik, Präsenz und Laufwege.
Abschlussspiel der Vorrunde gegen Ecuador
Die deutsche Nationalmannschaft trifft zum Abschluss der WM-Vorrunde am Donnerstag (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV) in East Rutherford auf Ecuador. Das DFB-Team steht bereits als Sieger der Gruppe E fest. Die Partie dient daher vor allem der Feinabstimmung für die K.o.-Runde.



