Moskaus wichtigste Ölraffinerie fällt nach Drohnenangriff monatelang aus
Moskauer Ölraffinerie fällt monatelang aus

Die wichtigste Ölraffinerie für die russische Hauptstadtregion ist nach ukrainischen Drohnenangriffen schwer beschädigt worden und wird Branchenkreisen zufolge voraussichtlich den Rest des Jahres ausfallen. Die Anlage am südlichen Stadtrand von Moskau wurde zweimal getroffen und musste den Betrieb einstellen, wie zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch mitteilten. „Die Reparatur wird mindestens ein halbes Jahr dauern“, erklärte eine der mit den Vorgängen vertrauten Personen. Der Betreiber Gazprom Neft reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Der Ausfall der Raffinerie erschwert es Russland, den akuten Benzinmangel im Land zu beheben.

Stromausfall auf der Krim

Die von Russland besetzte Stadt Sewastopol auf der Krim ist nach einer nächtlichen Drohnenattacke vollständig von der Stromversorgung abgeschnitten worden. Der von Moskau eingesetzte Gouverneur Michail Raswoschajew erklärte, dass die massiven Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Nacht zum 24. Juni zu einem vollständigen Stromausfall in der Stadt geführt hätten. Augenzeugen und lokale Monitoring-Kanäle berichteten von zahlreichen Explosionen auf der gesamten Halbinsel. Als Hauptziel der Angriffe gilt das Balaklawa-Kraftwerk in Sewastopol, eines der wichtigsten Energieobjekte auf der Krim.

„Ein Stromausfall wird uns nicht einschüchtern. Wir haben schon Schlimmeres erlebt und werden auch das überstehen“, schrieb Raswoschajew auf Telegram. Auch die weit von der Front entfernte Wolgaregion Orenburg geriet unter Beschuss. Gouverneur Jewgeni Solnzew berichtete von einem schweren Angriff auf Industrieobjekte. Medienberichten zufolge wurde eine Anlage zur Verarbeitung von Erdgas beschossen, das Ausmaß der Schäden ist bislang unbekannt.

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Kreml: Atomwaffen als einzige Garantie gegen globalen Krieg

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte bei einem außenpolitischen Forum in Moskau, Atomwaffen seien das „einzige“ Bollwerk, das die Welt vor einem globalen Krieg bewahrt. „Tatsächlich haben wir auf dieser Welt nichts mehr außer der nuklearen Abschreckung. Sie ist das Einzige, was die Welt vor einem globalen Krieg schützt“, so Peskow. Er fügte hinzu, dass neue nicht-nukleare Waffen in ihrer Zerstörungskraft mit Atomwaffen gleichziehen könnten.

Kreml zweifelt an Dialogbereitschaft Europas

Der Kreml hat die Bereitschaft Europas zu Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs infrage gestellt. „Erst einmal müssen wir sicher sein, dass vonseiten Europas der Wunsch da ist, einen Dialog zu führen“, antwortete Peskow auf die Frage nach den Aussichten möglicher Gespräche. Es gebe zwar erste Signale, doch diese seien widersprüchlich, sagte er mit Blick auf den Streit in Brüssel über eine Kontaktaufnahme von EU-Ratspräsident António Costa mit Moskau.

Mobilisierungsübung in Belarus nahe der EU-Grenze

In der belarussischen Region Hrodna laufen derzeit Mobilisierungsübungen, bei denen Reservisten in großer Zahl zu Sammelstellen einbestellt werden. Besonders betroffen ist der Kreis Aschmjany, der direkt an Litauen und damit an die EU grenzt. Wie das belarussische Verteidigungsministerium mitteilte, nehmen sämtliche Militärkommissariate der Region an den planmäßigen Übungen teil. Rund 2000 Einwohner des Kreises sollen erfasst und ihre Daten aktualisiert werden. Die Übungen sollen bis zum 2. Juli abgeschlossen sein.

Lawrow pocht auf Vereinbarungen vom Alaska-Gipfel

Russlands Außenminister Sergej Lawrow bekräftigte, dass Moskau an den Vereinbarungen festhalte, die Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump im August 2025 bei ihrem Gipfel in Alaska getroffen haben. Beobachtern zufolge versteht die russische Führung unter dem „Geist von Anchorage“ ein mögliches Abkommen, bei dem die Ukraine ihre Truppen aus dem nicht von Russland kontrollierten Teil des Donbas abzieht und Moskau im Gegenzug die Frontlinien einfriert. Die Regierung in Kiew lehnt die Abtretung von Gebieten ab.

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Tote bei ukrainischen Drohnenangriffen in der Ostukraine

Im russisch besetzten Teil der Ostukraine sind nach Angaben der Besatzungsbehörden mindestens drei Menschen durch ukrainische Drohnenangriffe getötet worden. Der von Moskau eingesetzte Bürgermeister von Horliwka, Iwan Prichodko, teilte bei Telegram mit, dass eine Tankstelle beschädigt und mindestens ein Auto zerstört worden sei. Zudem sei die Strom- und Wasserversorgung teilweise ausgefallen. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Kreml setzt auf baldige Ukraine-Gespräche mit US-Gesandten

Der Kreml rechnet mit einer Fortsetzung der Kontakte mit den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner über den Ukraine-Konflikt. Beide seien derzeit mit anderen Aufgaben beschäftigt, sagte Peskow mit Blick auf die Verhandlungen der USA mit dem Iran. Sobald sie wieder zur Verfügung stünden, würden die Gespräche wieder aufgenommen. Auf die Frage nach einer Reaktion Moskaus auf einen möglichen ukrainischen Angriff auf Belarus betonte Peskow, dass Russland der Regierung in Minsk bei jeder Bedrohung zur Seite stehen werde.

Zwei Tote bei Drohnenangriff in Region Nischni Nowgorod

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die zentralrussische Region Nischni Nowgorod sind nach offiziellen Angaben zwei Menschen ums Leben gekommen. Zudem sei eine Industrieanlage durch herabstürzende Trümmerteile beschädigt worden, teilte Gouverneur Gleb Nikitin mit. An der nicht näher bezeichneten Anlage habe es jedoch keine schwerwiegenden Schäden gegeben.

Schaden am Kyjiwer Höhlenkloster auf 40 Millionen Euro geschätzt

Die durch russischen Beschuss verursachten Schäden am berühmten Kyjiwer Höhlenkloster werden auf insgesamt 40 Millionen Euro geschätzt. Das berichtete der österreichische Sender ORF. Bei ausreichender Finanzierung könnten die Reparaturarbeiten noch 2027 abgeschlossen sein. „Die Arbeiten dürfen keinen Tag ruhen, denn die Frage des kulturellen Erbes und der Erhalt unserer Heiligtümer sind Teil des psychologischen Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt“, wurde Maksym Ostapenko, Direktor der zuständigen Behörde, zitiert.

Ein Toter bei Drohnenangriff in russischer Grenzregion

In der russischen Grenzregion Belgorod ist bei einem ukrainischen Drohnenangriff ein Mensch getötet worden. Der Mann sei im Bezirk Wejdelewski bei der Explosion einer Drohne gestorben, teilten die Behörden mit. Eine Frau wurde durch Splitter verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, die Luftabwehr habe in der Nacht insgesamt 323 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört.

Russlands Kritik an Trump wächst

Russland hat den USA vorgeworfen, Absprachen nicht eingehalten zu haben, die die Präsidenten Putin und Trump beim Gipfel in Alaska getroffen hatten. Vize-Außenminister Sergej Rjabkow sagte, die USA seien von „grundlegenden Vereinbarungen“ abgewichen. Zudem beobachte Russland, dass sich „die Linie Washingtons immer mehr der fanatischsten antirussischen Politik annähert, die von den engsten europäischen Verbündeten der USA – nämlich Großbritannien und Frankreich – verfolgt wird“. Die Kritik deutet auf eine wachsende Frustration Russlands über die USA hin.

E5-Gruppe bereitet Nato-Gipfel vor

Die Staats- und Regierungschefs der sogenannten E5-Gruppe trafen sich in Berlin zu Vorbereitungen für den Nato-Gipfel im Juli. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfing den britischen Premierminister Keir Starmer, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Polens Regierungschef Donald Tusk und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Nato-Generalsekretär Mark Rutte wurde per Video zugeschaltet. Ein Thema des Treffens war die weitere Unterstützung der Ukraine.

Tusk hält an Zusammenarbeit mit Ukraine fest

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk betonte den Wert der Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine trotz der Absage von Co-Gastgeber Wolodymyr Selenskyj. „Der Aufbau guter Beziehungen ist nicht nur ein Ausdruck von Anstand in schwierigen Zeiten, in Kriegszeiten, sondern er lohnt sich auch“, sagte Tusk. Die Konferenz findet am Donnerstag und Freitag in Danzig statt, es geht um etwa 200 Verträge und Hunderte Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau der Ukraine. Selenskyj lässt sich durch Regierungschefin Julia Swyrydenko vertreten.

Ukrainische Armee zerstört Eisenbahnbrücke auf der Krim

Die ukrainische Armee hat eine Eisenbahnbrücke auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim zerstört. Die Brücke über den Nord-Krim-Kanal sei ein strategisch wichtiger Übergang für die Logistik der russischen Truppen gewesen, teilte das Militär mit. Die ukrainischen Spezialkräfte hätten in Zusammenarbeit mit der Untergrund-Widerstandsbewegung zwei Angriffe auf die Brücke bei Rosdolne ausgeführt.

Putin wirft Nato Kriegsvorbereitungen vor

Kremlchef Wladimir Putin hat der Nato vorgeworfen, einen Krieg gegen Russland vorzubereiten. Bislang hätten sich die Staaten des Westens darauf beschränkt, die Ukraine zu unterstützen, sagte Putin. Nun werde im Westen offen davon gesprochen, „dass sie sich auf einen Krieg gegen uns vorbereiten“. Knapp 40 Prozent der russischen Haushaltsausgaben fließen in die Bereiche Militär, Rüstung und Sicherheit. Putin warf der Ukraine zudem vor, mit Angriffen auf zivile Ziele die russische Gesellschaft destabilisieren zu wollen.

Russland erwägt Import von Benzin

Russland erwägt einem Medienbericht zufolge angesichts von Versorgungsengpässen nach ukrainischen Angriffen auf seine Raffinerien den Import von Treibstoff. Zudem würden Subventionen für die Einfuhren diskutiert, um die Preise zu deckeln, berichtete die Zeitung „Wedomosti“. Die tägliche Benzinproduktion lag in der vergangenen Woche bei rund 90.000 Tonnen und damit 25 Prozent unter dem Durchschnitt im Juni 2025. Die russischen Ölexporte auf dem Seeweg fielen in der ersten Junihälfte um 15 Prozent.

Lawrow zieht über EU- und UN-Führung her

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die EU-Spitze und das UN-Generalsekretariat verspottet. EU-Forderungen nach einem sofortigen Stopp der Kämpfe ließen an den geistigen Fähigkeiten der europäischen Führungsriege zweifeln, sagte Lawrow. Die Führung des UN-Generalsekretariats kritisierte er als traurige Gestalten. Westliche Vermittlungsversuche lehnte er ab, da der Westen sich diskreditiert habe.

Ukraine könnte bald Ziele in bis zu 3000 Kilometern Entfernung angreifen

Die Ukraine baut ihre Fähigkeiten für weitreichende Angriffe aus, analysiert das Institute for the Study of War (ISW). Innerhalb von anderthalb Monaten wurden mindestens 500 russische Lastwagen und Militärfahrzeuge zerstört oder beschädigt. Die Anzahl der Angriffe auf Raffinerien, Treibstofflager und Militärflugplätze stieg von 18 im April auf 33 im Mai. Neue Fire-Point-Drohnen können Ziele in mehr als 2000 Kilometern Entfernung treffen, künftig könnte die Reichweite auf 3000 Kilometer steigen.

Möglicher Austausch von Kriegsgefangenen

Nach russischen Angaben könnte es bald einen weiteren Austausch von Kriegsgefangenen mit der Ukraine geben. Das meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa. Beide Seiten haben bereits mehrfach Gefangene ausgetauscht.