IOC reformiert Olympia-Vergabe: Gastgeber 2036 wird erst 2029 gewählt
IOC reformiert Vergabe: Olympia 2036 erst 2029 vergeben

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat das Auswahlverfahren für künftige Olympia-Gastgeber grundlegend reformiert. Wie die außerordentliche Generalversammlung in Lausanne einstimmig beschloss, wird es künftig eine zusätzliche Prüfphase geben, und die IOC-Mitglieder erhalten bei der finalen Entscheidung wieder mehr Mitspracherecht. Die Sommerspiele 2036, für die sich auch Deutschland bewirbt, sollen erst Mitte 2029 vergeben werden.

Neue Prüfphase und mehr Mitsprache für IOC-Mitglieder

Der Beschluss könnte zusätzliche Dynamik in die Kür des deutschen Kandidaten bringen. Der kürzere Zeitraum zwischen Vergabe und Olympia-Eröffnung könnte Bewerber bevorteilen, die wie Deutschland auf viele bereits bestehende Wettkampfstätten setzen und Erfahrungen mit Großveranstaltungen haben. Bislang war die Vergabe oft mehr als zehn Jahre vor den Spielen erfolgt.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet am 26. September auf seiner Sonder-Mitgliederversammlung in Baden-Baden, ob Berlin, München oder die Region Rhein-Ruhr mit Köln als Zentrum als deutscher Bewerber nominiert wird. Der DOSB hat beim IOC offiziell sein Interesse an den Sommerspielen 2036, 2040 oder 2044 hinterlegt.

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Auswirkungen auf die deutsche Bewerbung

Die Reform könnte die deutschen Chancen stärken, da Deutschland über viele vorhandene Sportstätten verfügt und Erfahrung mit der Ausrichtung von Großereignissen wie der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 oder der Leichtathletik-EM 2018 hat. Zudem betont der DOSB immer wieder die Nachhaltigkeit einer Bewerbung, die auf bestehende Infrastruktur setzt.

Die Entscheidung des IOC fällt drei Monate vor der Wahl des deutschen Olympia-Bewerbers. Der DOSB hatte ursprünglich gehofft, dass die Vergabe der Spiele 2036 bereits 2027 erfolgen könnte. Nun verschiebt sich der Zeitplan um zwei Jahre.

Reaktionen aus Deutschland

„Die Reform des IOC ist ein wichtiger Schritt, um das Vergabeverfahren transparenter und effizienter zu gestalten“, sagte DOSB-Präsident Thomas Weikert. „Wir sehen darin auch eine Chance für unsere Bewerbung, da wir mit einem soliden Konzept und vorhandener Infrastruktur punkten können.“

Kritiker befürchten jedoch, dass der längere Vorlauf für neue Bewerber wie Indien oder Saudi-Arabien nachteilig sein könnte, die noch umfangreiche Bauprojekte realisieren müssten. Das IOC betont dagegen, dass die zusätzliche Prüfphase die Qualität der Bewerbungen sichern soll.

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