Matthias Sammer fordert nach WM-Aus Mentalitätswechsel im DFB
Sammer: Brauchen Typen, keine Ja-Sager

Sammer fordert klaren Kurswechsel

Der frühere Nationalspieler und heutige Berater von Borussia Dortmund, Matthias Sammer, hat nach dem erneuten frühen WM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft einen grundlegenden Mentalitätswechsel gefordert. Bei einer Podiumsdiskussion auf dem Internationalen Trainerkongress in Mainz betonte der 55-Jährige, dass der Fokus wieder stärker auf Ergebnissen liegen müsse. „Es muss wieder mehr um die A-Note gehen und weniger um die B-Note. Das Ergebnis ist wichtiger als die Schönheit. Du kannst mit sechs Künstlern kein Spiel gewinnen“, sagte Sammer.

„Typen, keine Ja-Sager“

Um Widerstände auf dem Platz zu überwinden, brauche der deutsche Fußball Persönlichkeiten, die Verantwortung übernehmen. „Wir brauchen Typen, keine Ja-Sager“, bekräftige Sammer und nannte als zentrale Tugenden „Wille, Fleiß und Ehrgeiz“. Diese Eigenschaften müssten in der Ausbildung und im täglichen Training wieder stärker gefördert werden. Ähnlich äußerte sich Florian Kohfeldt, Trainer des Zweitligisten Darmstadt 98: „Wir brauchen eine Mentalität, unbedingt gewinnen zu wollen und die Verantwortung dafür zu übernehmen.“

DFB in der Führungsrolle

Sammer sieht den Deutschen Fußball-Bund (DFB) in der Pflicht, den nach dem dritten vorzeitigen WM-Aus in Serie ausgerufenen Erneuerungsprozess anzuführen. „Der DFB muss die Führung übernehmen. Von da müssen die Leitlinien und die Richtung definiert und bestimmt werden“, so Sammer. Statt über Eventualitäten zu debattieren, müssten klare Vorgaben geschaffen werden. Dabei warnte er jedoch vor Übertreibungen: „Innovation ja, aber bitte nicht die normalsten Grundlagen des Leistungssports vergessen.“

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Neue Kritikkultur gefordert

Ein weiterer Punkt, den Sammer ansprach, ist die Notwendigkeit einer veränderten Kritikkultur im deutschen Fußball. „Wenn wir gewisse Schwächen feststellen, müssen wir auch den Mut haben, diese zu benennen“, erklärte er. Veränderungen, die nur zu Bedingungen herbeigeführt würden, die der Gegenüber hören wolle, könnten nicht funktionieren. Dies gelte sowohl für Spieler als auch für Trainer und Funktionäre.

Hoffnungsträger Jürgen Klopp

Mit Blick auf die Zukunft setzen mehrere Trainer auf den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp. Sebastian Hoeneß, Trainer des VfB Stuttgart, sagte: „Ich verbinde eine große Hoffnung mit Jürgen Klopp. Er ist in der Lage, viele Dinge in die Wege zu leiten.“ Klopp war am vergangenen Freitag offiziell als Nachfolger von Julian Nagelsmann vorgestellt worden und wird seine Arbeit am 15. August aufnehmen. Auch Kohfeldt zeigte sich zuversichtlich: „Die Begeisterung um den deutschen Fußball ist weiter riesengroß. Ich glaube, es braucht nur einen kleinen Funken, um das wieder ins Rollen zu bringen.“

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