Klassentreffen der Meisterhelden: EHC-Star Abeltshauser erkennt Parallelen zum Titel 2016
Zehn Jahre nach dem ersten DEL-Triumph des EHC Red Bull München trafen sich die Meisterhelden von 2016 zu einem emotionalen Wiedersehen. In der Astor Lounge des Kinos in der Türkenstraße schwelgten sie in Erinnerungen an den historischen Erfolg – und spürten zugleich neuen Titelhunger für die aktuelle Saison. Die Routiniers Maximilian Kastner und Konrad Abeltshauser sehen im aktuellen EHC-Team denselben Geist wie damals, als ein verschworener Haufen von 28 Spielern den Pokal gewann.
Wiedersehensfreude und Titelhunger: Eine besondere Verbindung
Als Maximilian Kastner seinen alten Mitspieler Jason Jaffray erblickte, fielen sich die beiden sofort in die Arme. Seit der Kanadier den EHC vor knapp sechs Jahren verlassen hatte, hatten sie sich nicht mehr gesehen. Die Feierlichkeiten zum zehnten Jubiläum boten die perfekte Gelegenheit, die gute Verbindung wieder aufleben zu lassen. „So eine Meisterschaft ist ein Band, das einen zusammenhält. Es ist einfach schön, wenn man wieder mal so zusammenkommt“, schwärmte Abeltshauser mit leuchtenden Augen.
Kastner, der mit glänzendem Blick zurückblickte, betonte: „Die Mannschaft war echt speziell, sie war charakterlich stark, alle wollten immer besser werden.“ Heute sind er und Abeltshauser die Übriggebliebenen aus jenem Team, die noch immer das EHC-Trikot tragen und als erfahrene Profis die junge Garde anführen.
Vom jungen Wilden zum Routinier: Eine bewegte Karriere
2016 gehörten Kastner und Abeltshauser zu den jungen Wilden des EHC, heute zählen sie mit je 33 Jahren zu den erfahrenen Routiniers. „Was ich erleben durfte, was ich lernen dürfte, das ist alles nicht selbstverständlich. Ich schätze mich brutal glücklich“, erinnerte sich Kastner. Abeltshauser ergänzte: „Das waren Geschichten für 20 Jahre Eishockey, die wir in den zehn Jahren haben erleben dürfen.“
Insgesamt stemmten sie viermal den DEL-Silberpokal in die Höhe, erreichten zwei weitere Male das Finale und kamen 2019 gemeinsam ins Endspiel der Champions Hockey League. Diese Erfolge prägten eine Ära, die nun im Jubiläumsjahr besonders gewürdigt wird.
Der Hunger ist zurück: Parallelen zur aktuellen Saison
Und wie viel von 2016 steckt im aktuellen Team? Abeltshauser stellte klar: „Der Hunger nach der Meisterschaft ist heuer wieder da, die letzte ist schon wieder ein paar Jahre her.“ Damals sei es auch für ältere Spieler wie Michael Wolf der erste DEL-Titel gewesen, die Gier entsprechend groß. „Diesen Hunger spürt man heuer auch von Anfang an – und das Bereitsein und dafür arbeiten zu wollen“, so der Verteidiger.
Dieser Glaube an den Erfolg spiegelt sich auch im Team-Motto wider: RBM – Respect, Believe, Mindset. Abeltshauser erklärte: „Believe haben wir ganz großgeschrieben – und dieser Glaube ist da.“ Kastner fügte hinzu, dass die Mannschaft von 2016 sich teilweise selbst gecoacht habe, indem Probleme in der Kabine angesprochen wurden, ohne mit dem Finger auf andere zu zeigen – eine Praxis, die auch heute wieder angewendet wird.
Trainer-Parallelen und die Zukunft des EHC
Beim Klassentreffen tauschte sich der ehemalige Trainer Don Jackson, der heute als Pensionär in den USA lebt, sichtlich gerne mit seinen früheren Schützlingen aus. Auch mit dem aktuellen EHC-Trainer Oliver David wurde intensiv diskutiert. Abeltshauser lobte Davids Arbeit in Detailfragen als „sehr gut“ und sah mögliche Parallelen hinter der Bande.
Ob in zehn Jahren tatsächlich zwei Jubiläen zu feiern sind, bleibt jedoch offen. Diese Frage muss der Eishockeyclub in den kommenden Wochen vor allem in den Playoffs beantworten. Nach einem holprigen Saisonauftakt hat das Team mit einem 4:1-Sieg gegen die Grizzlys Wolfsburg gezeigt, dass der Titelhunger real ist – auch wenn Torhüter Mathias Niederberger verletzungsbedingt früh vom Eis musste und Simon Wolf glänzend ersetzte.
Das Klassentreffen war mehr als nur eine Nostalgieveranstaltung; es war eine Bestätigung der bleibenden Verbindung und des anhaltenden Erfolgsstrebens. Mit Spielern wie Kastner und Abeltshauser an der Spitze scheint der EHC Red Bull München bestens gerüstet, um in dieser Saison erneut nach der Meisterschaft zu greifen.



