Pflichtsieg gegen Frankreich: DEB-Team erreicht Olympia-Viertelfinale in Mailand
DEB-Team im Olympia-Viertelfinale nach Sieg gegen Frankreich

Pflichtsieg mit Haken: DEB-Team erreicht Olympia-Viertelfinale

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei den Olympischen Winterspielen in Mailand das Viertelfinale erreicht, doch der 5:1-Sieg gegen Außenseiter Frankreich hinterlässt gemischte Gefühle. Das Team von Bundestrainer Harold Kreis zeigte trotz klarer Überlegenheit lange Zeit keine überzeugende Leistung und musste sich bis zum Schluss mühen.

Viertelfinale gegen Slowakei erfordert deutliche Steigerung

Bereits am Mittwoch (12.10 Uhr/ZDF und Eurosport) trifft die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) im Viertelfinale auf die Slowakei. Für den Einzug ins Halbfinale ist eine deutliche Leistungssteigerung notwendig, um nicht bereits im Viertelfinale auszuscheiden. Das DEB-Team gilt zwar als das auf dem Papier beste deutsche Eishockey-Team aller Zeiten mit sieben NHL-Stars, wirkt aber noch nicht als homogene Einheit.

Torhüter-Entscheidung und interne Aussprache

Die beiden Niederlagen in der Vorrunde gegen Lettland (3:4) und die USA (1:5) hatten zu großer Unzufriedenheit geführt und eine teaminterne Aussprache am Montag notwendig gemacht. Unter dem Druck der verkorksten Vorrunde traf Bundestrainer Harold Kreis eine bemerkenswerte Personalentscheidung: Trotz des anstehenden Viertelfinales gegen die Slowakei nur 24 Stunden später setzte er auf Stammtorhüter Philipp Grubauer von Seattle Kraken.

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Diese Entscheidung bedeutet, dass Grubauer bereits am Mittwoch erneut im Tor stehen müsste, was für einen Torhüter ungewöhnlich ist. Zudem stellte Kreis den flinken AHL-Angreifer Lukas Reichel von den Abbotsford Canucks in die erste Reihe zu Leon Draisaitl und Frederik Tiffels.

Spielverlauf mit Licht und Schatten

Für das DEB-Team trafen Kapitän Leon Draisaitl (4. Minute), Frederik Tiffels (11.), JJ Peterka (19.), Joshua Samanski (48.) und Nico Sturm (60.). Superstar Draisaitl erzielte dabei in Überzahl die schnelle Führung. Bis zur ersten Drittelpause spielte das deutsche Team seine Überlegenheit aus und führte mit 3:0, wobei Peterka von Utah Mammoth seinen ersten Olympia-Treffer erzielte.

Frankreich reagierte zur ersten Pause mit einem Torhüterwechsel. Antoine Keller von HC Ajoie aus der Schweiz zeigte anschließend starke Paraden und hielt seine Mannschaft lange im Spiel. Der Anschlusstreffer der Franzosen fiel aus deutscher Sicht unglücklich: Ein Schuss von Pierre-Edouard Bellemare wurde von Moritz Müllers Wade ins Tor gelenkt.

Kritik an Spielweise und Eiszeit-Verteilung

Der langjährige DEB-Kapitän Moritz Müller von den Kölner Haien hatte nach der Vorrunde den Fokus auf die Spielstärke der NHL-Stars kritisiert. Dennoch blieb das Spiel auch gegen Frankreich auf Draisaitl zugeschnitten, der zusammen mit Tim Stützle extrem viel Eiszeit bekam - selbst gegen die nicht konkurrenzfähigen Franzosen.

Auf der Gegenseite verpasste es das deutsche Team, schnell für Ruhe zu sorgen. Marc Michaelis von Mannheim traf bei leerem Tor in Bedrängnis nur den Pfosten. Zudem ließen Spielaufbau und Passqualität zu wünschen übrig. Erst in erneuter deutscher Überzahl war Torhüter Keller schließlich geschlagen: Nach dem Treffer von Samanski, Draisaitls Teamkollegen bei den Edmonton Oilers, war das Spiel endlich entschieden. Sturm traf zum Endstand noch ins leere Tor.

Das DEB-Team steht nun unter großem Druck, im Viertelfinale gegen die Slowakei endlich seine volle Stärke zu zeigen und den Einzug ins Halbfinale zu schaffen.

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