Alarmierende Teamkritik: DEB-Auswahl trotz Superstars kein eingeschworenes Team
DEB-Team: Superstars, aber kein Teamgeist?

Alarmierende Teamkritik: DEB-Auswahl trotz Superstars kein eingeschworenes Team

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft gilt aktuell als die beste aller Zeiten, doch sie tritt noch nicht als wirkliches Team auf. Diese alarmierende Einschätzung kommt aus dem DEB-Camp selbst und wirft ernste Fragen auf.

Vergangenheit als Maßstab: Das Gold-Team von 2018

Als die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft 2018 sensationell um olympisches Gold spielte, saßen in Deutschland durchschnittlich 3,19 Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen – und das Sonntagmorgen um 5.10 Uhr. Dieses Team begeisterte die Nation, weil es als eingeschworene Gemeinschaft über sich hinauswuchs und gemeinsam kämpfte.

Die aktuelle DEB-Auswahl erreicht diesen Teamgeist bisher offensichtlich nicht. Moritz Müller, erfahrener Spieler der Nationalmannschaft, brachte es nach der Vorrunde auf den Punkt: „Die besten Mannschaften, die ich erlebt habe, waren 2018 und 2023. Da muss diese Mannschaft erst noch hinkommen.“ Mit dieser Aussage bezog er sich auf den Olympia-Silbermedaillengewinn und den Vize-Weltmeistertitel.

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Superstars allein reichen nicht

Müller weiter: „Wir haben ganz tolle Eishockeyspieler, die zu den besten der Welt gehören. Aber wir können nicht denken, dass jedes Mal, wenn einer von denen auf dem Eis ist, wir ihm die Scheibe geben und dann ein Wunder passiert.“ Diese Worte sind ein deutliches Alarmsignal für die wohl bestbesetzte Nationalmannschaft aller Zeiten, die bisher nicht als geschlossene Einheit auftritt.

Das Problem: „Team“ bedeutet nicht einfach „Toll, ein anderer macht’s“. Die deutsche Mannschaft verfügt zwar über absolute Weltklassespieler wie Leon Draisaitl, JJ Peterka, Tim Stützle und Moritz Seider, doch das kollektive Zusammenspiel fehlt.

Kritik an Bundestrainer Harold Kreis

Bundestrainer Harold Kreis hat durch seine Entscheidungen zur Entstehung dieses Problems beigetragen. So nahm er dem eigentlichen Kapitän Moritz Müller das „C“ ab und übertrug es NHL-Star Leon Draisaitl. Dadurch konzentrierte sich der gesamte Fokus auf Draisaitl, der im Spiel gegen die USA von Matthew Tkachuk komplett aus dem Spiel genommen wurde.

Die Reaktion des Bundestrainers war verblüffend: „Was soll ich machen? Beide Tkachuks haben gegen Leon gespielt. Ich kann nichts machen.“ Diese unfassbar hilflosen Worte zeigen die taktische Ratlosigkeit.

Ungleiche Eiszeiten und fehlendes Wir-Gefühl

Zudem erzeugte Kreis eine gewisse Unwucht im Team. Während die Topstars überdurchschnittlich viel Eiszeit erhalten – Draisaitl (23:23 Minuten), JJ Peterka (20:55), Tim Stützle (21:21) und allen voran Moritz Seider (26:46) – durfte mit Justin Schütz einer der besten DEL-Stürmer bis dato noch keine einzige Minute spielen.

Ein echtes Wir-Gefühl entsteht unter diesen Bedingungen kaum. Deutsche Grundtugenden wie Leidenschaft, Geradlinigkeit und harte Arbeit fehlen im aktuellen Spiel. Dass das DEB-Team in diesem wohl stärksten Turnier aller Zeiten zu kämpfen haben würde, war allen klar. Die bisherigen Resultate sind nicht das Hauptproblem – es ist die Art und Weise, wie sie zustande kommen.

Zukunftsperspektive: Teamgeist muss wachsen

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft steht vor einer entscheidenden Herausforderung. Die individuellen Fähigkeiten der Spieler sind unbestritten, doch für nachhaltigen Erfolg bei den Olympischen Winterspielen 2026 und darüber hinaus muss das Team als Einheit funktionieren. Nur wenn aus einzelnen Superstars eine eingeschworene Mannschaft wird, kann an die glorreichen Zeiten von 2018 angeknüpft werden.

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