Die deutsche Eishockey-Welt trauert um Josef „Jupp“ Kompalla. Der frühere Spitzenschiedsrichter ist am Sonntag im Alter von 90 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) bestätigte dies unter Berufung auf die Familie Kompalla.
Eine Karriere mit über 2.000 Erstliga-Spielen
Kompalla, geboren am 13. März 1936 im oberschlesischen Kattowitz, war nicht nur als Verteidiger aktiv, sondern vor allem als Schiedsrichter eine der prägendsten Figuren des deutschen Eishockeys. Lange Zeit galt er als bester Unparteiischer des Landes. Insgesamt leitete er mehr als 2.000 Partien in der höchsten deutschen Spielklasse sowie über 150 Länderspiele.
Internationale Höhepunkte und die Summit Series 1972
Der gebürtige Krefelder war bei drei Olympischen Spielen als Schiedsrichter im Einsatz: 1976 in Innsbruck, 1980 in Lake Placid und 1984 in Sarajevo. Zudem pfiff er bei mehreren Weltmeisterschaften. Den Höhepunkt seiner Laufbahn erreichte Kompalla 1972, als er das entscheidende achte Spiel der legendären „Summit Series“ zwischen der UdSSR und Kanada in Moskau leitete.
Auszeichnungen und Ehrungen
„Die deutsche Eishockey-Familie verliert mit Jupp einen ihrer ganz Großen“, würdigte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke den Verstorbenen. Für seine Verdienste wurde Kompalla 1992 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 2003 erfolgte die Aufnahme in die „Hall of Fame“ des Internationalen Eishockey-Verbandes (IIHF) – als erst neunter Deutscher überhaupt. Kompalla hinterlässt ein bleibendes Vermächtnis im deutschen und internationalen Eishockey.



