Olympia 2026: Französischer Verteidiger löst Eishockey-Eklat aus
Bei den Olympischen Winterspielen 2026 ist es im Eishockey-Turnier zu einem handfesten Skandal gekommen. Im Spiel zwischen Kanada und Frankreich, das die Nordamerikaner mit 10:2 klar für sich entschieden, eskalierte die Situation sieben Minuten vor Schluss völlig. Im Mittelpunkt des Geschehens stand der französische Verteidiger Pierre Crinon, der von der spanischen Sportzeitung Marca prompt als "der Rüpel der Spiele" betitelt wurde.
Brutale Auseinandersetzung mit NHL-Stars
Der 30-jährige Crinon, der in der heimischen Liga für Grenoble Bruleurs de Loups aufläuft, hatte zunächst den kanadischen Superstar Nathan MacKinnon von Colorado Avalanche mit einem harten Unterarmtreffer im Gesicht gefoult. "Er hat mir den Ellbogen ins Gesicht geschlagen, und ich war meilenweit vom Puck entfernt", beschwerte sich MacKinnon nach dem Spiel. Als Vergeltung checkte der als Heißsporn bekannte Kanadier Thomas Wilson von Washington Capitals den Franzosen daraufhin wuchtig in die Bande.
Was folgte, war eine wüste Schlägerei, die selbst in Spanien – einem Land ohne große Eishockey-Tradition – für Schlagzeilen sorgte. Crinon packte Wilson, warf ihn zu Boden, die Handschuhe flogen durch die Luft. Die Schiedsrichter eilten herbei, konnten aber nicht verhindern, dass Wilson wieder aufstand und seinerseits den Franzosen zu Fall brachte. Beide Spieler wurden mit einer Matchstrafe vom Eis gestellt, wobei Crinon das Spielfeld mit den Händen hinter den Ohren verließ – eine offensichtliche Provokation gegenüber den kanadischen Fans.
Verband bestellt Crinon ein – Deutschland-Spiel steht bevor
Während der internationale Eishockey-Verband IIHF keine weiteren Disziplinarmaßnahmen verhängte und beide Spieler für die nächsten Partien spielberechtigt sind, reagierte der französische Verband deutlich. Crinon wurde für Montag einbestellt, um den Vorfall "umfassend aufzuklären", wie es in einer offiziellen Stellungnahme hieß. Der technische Direktor und Nationaltrainer werden dabei anwesend sein.
Diese Anhörung ist von besonderer Bedeutung, da Frankreich am Dienstag auf Deutschland trifft – ein Spiel mit Viertelfinal-Qualifikationscharakter. Sollte Crinon trotz seiner Taten zum Einsatz kommen, muss sich das Team von Bundestrainer Harold Kreis auf einen berüchtigten Hitzkopf gefasst machen. Der Verteidiger hat eine lange Vorgeschichte mit Aussetzern: Ende November wurde er für sieben Spiele gesperrt, nachdem er den Torwart von Angers, Matt O'Connor, wiederholt ohne Schutzhelm geschlagen hatte. O'Connor erlitt dabei eine Augenverletzung und blutete stark im Gesicht.
Vorgeschichte voller Sperren und Entschuldigungen
Französischen Medienberichten zufolge hat Crinon in den vergangenen vier Jahren aufgrund von Disziplinarmaßnahmen insgesamt 19 Spiele verpasst. Nach dem Vorfall mit O'Connor entschuldigte er sich in den sozialen Netzwerken und räumte ein, "Grenzen überschritten zu haben, die kein Spieler überschreiten sollte". Sein französischer Teamkollege Alexandre Texier von Montreal Canadiens zeigte sich nach der Olympia-Schlägerei wenig begeistert: "Ich bin mir nicht sicher, ob das nötig war, angesichts des Spielverlaufs ..."
Während die kanadischen Favoriten das Spiel dominierten und MacKinnon Wilson für dessen Einsatz dankte ("Tom ist offensichtlich ein guter Teamkollege, und ich weiß es sehr zu schätzen, dass er mich verteidigt hat"), bleibt die Frage, ob Crinons Aktionen Konsequenzen für das entscheidende Deutschland-Spiel haben werden. Die Anhörung beim französischen Verband wird darüber entscheiden, ob der "Rüpel der Spiele" am Dienstag aufs Eis darf – und welche Stimmung er in dieses hochbrisante Duell mitbringt.



