Dresdner Eislöwen erleben weiteren Abgang: Travis Turnbull wechselt vorzeitig zu Kaufbeuren
Turnbull verlässt Dresdner Eislöwen vor dem DEL-Abstieg

Dresdner Eislöwen erleben weiteren Abgang: Travis Turnbull wechselt vorzeitig zu Kaufbeuren

Absprung vorm Absturz! Der erfahrene DEL-Stürmer Travis Turnbull (39) verlässt die Dresdner Eislöwen noch vor dem sicheren Abstieg aus der Deutschen Eishockey Liga. Der US-Amerikaner, der die Sachsen als Kapitän sensationell zum Aufstieg geführt hatte, wechselt überraschend zum Zweitliga-Letzten ESV Kaufbeuren. Nach dem Höhenflug des vergangenen Jahres folgt nun der tiefe Fall für den Verein.

Vom Aufstiegshelden zum Sinnbild der Krise

Travis Turnbull hatte während des Gewinns der Zweitliga-Meisterschaft noch 28 Tore und 27 Vorlagen beigesteuert und war ein entscheidender Faktor im Titelkampf. Unvergessen bleibt sein Siegtreffer acht Sekunden vor Schluss im Halbfinale gegen die Kassel Huskies, der Dresden drei Matchpucks für den erstmaligen Finaleinzug sicherte. Doch im fortgeschrittenen Alter konnte der Stürmer in der DEL einfach nicht mehr mithalten. Turnbull wurde zum Sinnbild einer Mannschaft, die mit Erfahrung durch die Aufstiegs-Playoffs rauschte, aber danach zu alt und zu langsam für die erste Liga war.

Dresdens Sportdirektor Jens Baxmann (40) erklärte: „Im Zuge der laufenden Planung für die neue Saison haben wir gemeinsam Gespräche über seine sportliche und vertragliche Zukunft geführt. Dabei wurde klar, dass wir die neue Spielzeit mit einem verjüngten Kader fortsetzen möchten. Nach einem offenen und vertrauensvollen Austausch sind wir seinem Wunsch nachgekommen, sich frühzeitig sportlich neu zu orientieren und haben seinem Wechsel zugestimmt.“

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Bereits dritter Star-Abgang bei den Eislöwen

Der 88-Kilo-Brocken ist nach Verteidiger Tariq Hammond (32, jetzt Düsseldorfer EG) und Andrew Yogan (34), der zum norwegischen Erstligisten Stavanger Oilers ging, bereits der dritte Star, der das DEL-Schlusslicht vorzeitig verlässt. Auch wenn klar war, dass man mit dem Eishockey-Oldie keinen Neu-Anlauf in der zweiten Liga nehmen würde, hinterlässt die nächste Vertragsauflösung den Eindruck, dass es bei den Dresdner Eislöwen bereits zu Auflösungserscheinungen kommt.

Turnbull spielte in der DEL zuvor auch für Düsseldorf, Ingolstadt, Köln, Iserlohn, Straubing und Schwenningen, ehe er Anfang 2024 in den Abstiegskampf der zweiten Liga zu den Eislöwen wechselte. Von da an begann ein irrer Weg über die gewonnenen Playdowns gegen Selb (4:2-Seriensieg) zum Topteam ein Jahr später.

Abschiedstournee mit acht verbleibenden Spielen

Noch acht DEL-Spiele stehen auf der Abschiedstournee für die Dresdner Eislöwen an. Die nächste Partie steigt am Mittwoch, den 25. Februar beim Spitzenreiter Kölner Haie. Da möchte man sich sicher ordentlich präsentieren und die Premierensaison doch wenigstens mit erhobenem Haupt verlassen.

Baxmann würdigte den Abgangenden: „Travis hat in Dresden große Spuren hinterlassen – dafür danken wir ihm und wünschen ihm alles Gute für seine neue Herausforderung in Kaufbeuren.“ Bei den Bayern muss sich Turnbull von der Tabellensituation nicht umgewöhnen – auch dort geht es gegen den Abstieg in der DEL2.

Turnbull selbst zeigte sich bewegt: „Ich bin unglaublich dankbar für meine Zeit in Dresden. Die Unterstützung der Fans, die Menschen im Klub und die gemeinsamen Erlebnisse – besonders die Meisterschaft – werde ich niemals vergessen. Dresden wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben. Danke für alles.“

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