32 Jahre nach Escobar-Tod: Bruder erinnert an tragisches WM-Eigentor
32 Jahre nach Escobar-Tod: Bruder erinnert sich

Bruder erinnert an Ermordung von Andres Escobar

Am 2. Juli 1994 wurde der kolumbianische Nationalspieler Andres Escobar nach dem überraschenden Vorrunden-Aus bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA erschossen. 32 Jahre später, während erneut eine WM in den USA stattfindet, erinnert sich sein älterer Bruder Santiago Escobar an den damals 27-jährigen Verteidiger. „Bei der Weltmeisterschaft 1994 erzielte Andrés ein Eigentor, kehrte dann nach Medellín zurück und verlor sein Leben. Für mich ist dies eine Zeit des Gedenkens“, sagte er der „New York Times“. „Auch nach 32 Jahren weine ich noch um meinen Bruder.“

Die Umstände des Eigentors und der Rückkehr

Kolumbien war damals als Mitfavorit in das Turnier gestartet. Das Ausscheiden stand jedoch bereits nach den zwei Gruppenspielen gegen Rumänien (1:3) und die USA (1:2) fest. Gegen den WM-Gastgeber unterlief Escobar das Eigentor. Vier Tage nach der Rückkehr der Kolumbianer wurde er auf dem Parkplatz eines Nachtclubs in seiner Heimatstadt Medellín ermordet. Santiago Escobar erinnert sich an die Warnungen: „Ich sagte zu Andrés: Flieg nicht zurück nach Kolumbien. Bleib hier bei uns allen und lass Pamela (seine Ehefrau) zu dir kommen. Doch er erwiderte: 'Nein, ich muss nach Kolumbien, um mich der Sache direkt zu stellen und um Pamela zu sagen, dass wir gemeinsam reisen sollten.'“

Morddrohungen gegen Trainer und Spieler

Santiago Escobar und weitere Angehörige waren damals zur WM in die USA gereist. Andres Escobars Ehefrau blieb jedoch in Kolumbien. 32 Jahre später schildert der Bruder auch die angespannte Situation rund um das Team. So hätten Trainer Francisco Maturana und Mittelfeldspieler Gabriel Gomez wenige Stunden vor dem USA-Spiel Morddrohungen erhalten. Die anderen Spieler bekamen dies via Fernsehen in ihren Hotelzimmern mit. „Andres wollte unbedingt eine großartige WM spielen, weil er für die Zeit nach dem Turnier als Nachfolger von Franco Baresi beim AC Milan im Gespräch war“, erzählte sein Bruder. Die Mailänder waren damals das beste Vereinsteam der Welt und der schon 34-jährige Baresi ihr Kapitän und Abwehrchef.

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Die Nacht der Ermordung

In der Nacht seiner Ermordung war Escobar zusammen mit Freunden gerade aus dem Nachtclub gekommen, als er auf zwei Drogenhändler traf. Die beiden Brüder beschimpften und verspotteten ihn wegen des Eigentors. Escobar stieg in sein Auto und wurde mit sechs Schüssen getötet. Der Fahrer und Leibwächter der zwei Drogenhändler gestand die Tat und wurde zu 43 Jahren Haft verurteilt, von denen er jedoch nur elf Jahre verbüßte. Die beiden Brüder saßen wegen Beihilfe zum Mord für 15 Monate im Gefängnis. Dem „New York Times“-Bericht zufolge wurde einer von beiden im Februar dieses Jahres in einem Restaurant in Mexiko erschossen.

Aktuelles WM-Spiel Kolumbiens

Bei der aktuellen WM spielt Kolumbien einen Tag Ortszeit nach Escobars Todestag im Sechzehntelfinale gegen Ghana (Samstag, 3.30 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV).

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