35 Jahre BILD-Reporter auf Schalke: Assauer setzte meinen Volvo unter Davidoff-Dampf
Dampfmacher: Manager Rudi Assauer (†74) und Jahrhundert-Trainer Huub Stevens (72) lassen sich nach dem Uefa-Cup-Sieg im Parkstadion feiern. Die Karre hat noch tagelang gestunken! Nach Weihnachtsfeiern für Schalke-Reporter auf Schloss Berge durfte ich Manager-Legende Rudi Assauer (†74) ein- oder zweimal nach Hause kutschieren. Wenn mein Volvo Kombi einen Brandmelder hätte (ich fahre den alten Schweden noch heute), wäre garantiert der Alarm losgegangen. Stumpen-Rudi setzte das Auto unter den Dampf einer Davidoff Grand Cru No. 3 und beschimpfte mich, dass der Aschenbecher viel zu klein sei. Also benutzte er den großen ....
Assauer glühte für Schalke. Die Uefa-Cup-Sensation, zwei Pokal-Siege, die „Meisterschaft der Herzen“, der Arena-Bau – er ist der Architekt des modernen Klub-Konzerns. Viele Jahre spielte ich jeden Montag mit ihm Fußball. Er war ein schlechter Verlierer – das machte ihn, glaube ich, auch als Manager so gut.
Manager-Missverständnis: Christian Heidel und Jochen Schneider
Zwei spätere Sportvorstände waren für mich dagegen die „Totengräber“. Christian Heidel (63) scheint außerhalb von Mainz nicht dauerhaft zu funktionieren. Nach der Tedesco-Vizemeisterschaft shoppte er Königsblau mit den Champions-League-Millionen in die Krise und sich zum Rauswurf (Entmachtung an meinem 60. Geburtstag). Ich telefonierte oft mit ihm und hörte mir viele Das-ist-wirklich-die-Wahrheit-Versicherungen an. Genau dann hatte ich immer das Gefühl, Heidel wenig bis nichts davon glauben zu können.
Sein Nachfolger Jochen Schneider (55) pflegte nach meinen Erfahrungen eher keinen taktischen Umgang mit den Tatsachen. Er ist sehr ehrlich, verlor aber total seinen Trainer-Kompass: Wagner, Baum, Gross – der Desaster-Abstieg!
Der schillerndste Präsident: Günter Eichberg
Selbstverständlich Günter Eichberg (†74)! Bei Heimspielen hielt der „Sonnenkönig“ mit seiner „Gräfin“ Christa Paas auf der alten Geschäftsstelle geradezu Hof. Er holte Meister-Macher Udo Lattek (†80) und Günter Netzer (81) als „Telefon-Manager“ (arbeitete von Zürich aus) – nur der Fußball-Hochadel war ihm gut genug. Ein Hauch von Schicki-Micki-Düsseldorf wehte durch Gelsenkirchen. Und wenn ich gegen die Etikette verstieß, gab's Audienz-Sperre für mich. Doch Eichbergs Stern auf Schalke sank schnell und dramatisch. Vorm Abschlusstraining beim Uefa-Cup-Endspiel in Mailand erlebte ich, wie wütende Fans ihn um das Giuseppe-Meazza-Stadion jagten.
Mächtigster Boss: Clemens Tönnies
Herzens-Schalker: Clemens Tönnies (70/r.) und Jahrhundert-Trainer Huub Stevens (72) verstehen sich gut. Der Fleisch-Fabrikant versprach seinem Bruder Bernd (†42/damals Präsident) am Sterbebett, sich um Schalke zu kümmern. In fast 20 Jahren als Aufsichtsrats-Chef tat er das entschlossen, blieb aber bei allen Erfolgen (16-mal international) unvollendet – der Kreisel-Klub wartet immer noch auf den achten Meistertitel.
Über „ct“ (fürs Ehrenpräsidium vorgeschlagen) streiten sich die Schalker. Unstrittig ist, dass er Schneider (Frau erkrankt) und Heidel (Schlaganfall) sofort geholfen hat. Und als Stürmer-Star Jefferson Farfan (41) aus Angst um seinen schwer kranken Vater nicht mehr spielen wollte, organisierte Tönnies ihm die besten Ärzte. Farfan lief auf und schoss aus Dankbarkeit direkt ein Tor.
Und was kann der aktuelle Vorstands-Vorsitzende?
Matthias Tillmann (42) profitiert nach zwei Schrott-Jahren vom Aufstieg. Durch die Bundesliga-Rückkehr ist es für Sportfive (kassiert dicke Provisionen) und ihn einfacher, mehr Sponsoren-Kohle einzusammeln – und so für seine Vertrags-Verlängerung zu werben. Tillmann sollte jeden Morgen zu Sport-Boss Frank Baumann (50) ins Büro gehen und ihm demütig danken ....
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