Ein Gespräch mit der Trading-Legende
Larry Williams, eine der großen Legenden des Tradings, ist seit den 1960er-Jahren an der Wall Street aktiv. Er hat mehrere der meistverkauften Bücher über Futures-Trading verfasst, zahlreiche Indikatoren entwickelt und 1987 die Futures-Trading-Weltmeisterschaft gewonnen. Mit einer beeindruckenden Performance verwandelte er damals 10.000 Dollar innerhalb von zwölf Monaten in über eine Million Dollar. Im Gespräch mit Lars von Thienen, Ralf Fayad und Markus Koch erläutert Williams, warum Trading heute einfacher ist als früher und weshalb viele Anleger es sich trotzdem unnötig kompliziert machen.
Emotionen als größter Feind
Williams betont, dass nicht mehr Bildschirme, Indikatoren oder Daten über den Erfolg entscheiden, sondern klare Regeln, konsequentes Risikomanagement, die richtige Positionsgröße und die Fähigkeit, Emotionen zu kontrollieren. „Angst und Gier sind die größten Feinde eines Traders“, so Williams. Wer diese nicht im Griff habe, werde langfristig scheitern.
Einfachheit als Schlüssel
Der Altmeister plädiert für eine Reduktion auf das Wesentliche. Viele Anleger machten sich das Leben unnötig schwer, indem sie zu viele Indikatoren nutzten oder ständig ihre Strategie wechselten. „Erfolg im Trading kommt von Disziplin und einem klaren Plan, nicht von ständiger Optimierung“, sagt Williams. Er selbst arbeite mit wenigen, aber effektiven Tools.
Risikomanagement und Positionsgröße
Ein weiterer zentraler Punkt ist das Risikomanagement. Williams empfiehlt, nie mehr als ein bestimmtes Prozent des Kapitals pro Trade zu riskieren. Die richtige Positionsgröße sei entscheidend, um Verluste zu begrenzen und langfristig profitabel zu bleiben. „Viele Anfänger setzen zu viel auf eine Karte und verlieren alles“, warnt er.
Trading heute vs. früher
Williams sieht die heutige Zeit als vorteilhafter für Trader an. Durch moderne Technologie und besseren Zugang zu Informationen sei es einfacher, erfolgreich zu sein. Allerdings führe die Informationsflut auch zu Verwirrung. „Früher hatten wir weniger Daten, aber wir wussten besser, was wir damit anfangen sollten“, so Williams rückblickend.
Fazit: Klare Regeln und Disziplin
Zusammenfassend rät Williams, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: einen klaren Handelsplan, striktes Risikomanagement und die Kontrolle der eigenen Emotionen. „Trading ist kein Glücksspiel, sondern ein Handwerk, das man lernen kann“, betont er. Der Podcast ist Teil einer Serie und wird von Handelsblatt präsentiert.



