Karim Adeyemi sorgt erneut für Gesprächsstoff bei Borussia Dortmund – diesmal nicht wegen seiner Leistung, sondern wegen seines Verhaltens nach dem Spiel. Beim 3:0-Heimsieg gegen Werder Bremen am Dienstagabend verließ der 23-Jährige laut einem Bericht der „Bild“ bereits um 22:44 Uhr den Kabinentrakt, rund 20 Minuten nach Spielende. Viele seiner Mitspieler befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch in Interviews oder waren erst auf dem Weg vom Rasen in die Kabine. Erst etwa eine Viertelstunde später folgten die nächsten Profis. Intern wurde dieser schnelle Abschied als ungewöhnlich wahrgenommen.
Sportlich erlebt Adeyemi derzeit eine schwierige Phase. Zum zweiten Mal in Folge musste er zunächst auf der Bank Platz nehmen und kam auch gegen Bremen erst in der 84. Minute für Fabio Silva ins Spiel. Zuvor hatte er beim 3:3 in Frankfurt lediglich rund 14 Minuten Einsatzzeit erhalten. Für einen Spieler, der in Bestform als absoluter Unterschiedsspieler gilt, ist diese Rolle alles andere als zufriedenstellend.
Der Vorfall kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt. Adeyemi steht seit Monaten unter besonderer Beobachtung, nachdem es zuletzt mehrfach zu disziplinarischen und emotionalen Aussetzern gekommen war. Besonders sein Wutausbruch im Dezember beim 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach hatte für Aufsehen gesorgt. In der Folge musste er bei Geschäftsführer Lars Ricken und Sportdirektor Sebastian Kehl zum Rapport erscheinen, verbunden mit einer empfindlichen Geldstrafe.
Trainer Niko Kovac und die Klubführung verfolgen seitdem sehr genau, wie sich der Offensivspieler präsentiert – auf dem Platz und im täglichen Umgang. Sein bis 2027 laufender Vertrag ändert nichts daran, dass seine Position im Team durch die jüngsten Vorfälle intern als geschwächt gilt. Aus dem Vereinsumfeld heißt es, Adeyemi stehe derzeit unter intensiver Beobachtung und dürfe sich keinen weiteren Fehltritt mehr erlauben.



