Nach dem WM-Viertelfinale zwischen der Schweiz und Argentinien hat Manuel Akanji (30) deutliche Worte an Jens Lehmann (56) gerichtet. Der ehemalige deutsche Nationaltorhüter hatte der Schweizer Mannschaft vorgeworfen, nur zum Trikottauschen bei der Weltmeisterschaft zu sein. Akanji, der von 2018 bis 2022 für Borussia Dortmund spielte und seit September 2025 bei Inter Mailand aktiv ist, reagierte verärgert auf die Aussagen.
Lehmanns provokante Äußerungen
Jens Lehmann hatte in der Schweizer Zeitung „Blick“ gesagt: „Ich glaube, die Schweizer freuen sich am meisten darauf, irgendwie nach dem Spiel von Messi vielleicht ein Trikot zu bekommen oder so.“ Diese Aussage sorgte in der Schweizer Nationalmannschaft für Unmut. Die Schweiz hatte sich erstmals seit 1954 für ein WM-Viertelfinale qualifiziert und traf dort auf Argentinien.
Das Spiel: Schweiz in Unterzahl stark
Die Schweiz verlor das Viertelfinale mit 1:3 nach Verlängerung. Dabei musste das Team rund 50 Minuten in Unterzahl spielen. Akanji betonte nach dem Spiel in der „ARD“: „Bis zum 2:1 in der 112. Minute hatte Argentinien praktisch keine einzige Torchance. Wir haben es sehr gut gemacht und waren das bessere Team.“ Die Schweiz zeigte eine starke Defensivleistung und hielt lange Zeit gegen den favorisierten Gegner mit.
Akanjis klare Antwort
Nach dem Spiel richtete Akanji einen direkten Gruß an Lehmann: „Liebe Grüße auch an Jens Lehmann, der gesagt hat, wir sind nur hier zum Trikottauschen. Man hat heute gesehen, was wir können – auch zu zehnt. Finde es krass, dass man solche respektlosen Aussagen trifft.“ Gegenüber dem Schweizer Fernsehen ergänzte er, dass Lehmanns Kommentare die Mannschaft zusätzlich motiviert hätten. Die Schweiz zeigte trotz Unterzahl eine beeindruckende Leistung und kämpfte bis zur letzten Minute.
Vergleich der Turnierleistungen
Akanji wies auch auf die jüngsten Turnierergebnisse hin: „Auf jeden Fall waren sie (die Aussagen) respektlos. Ich finde es krass, dass man solche respektlosen Aussagen trifft, nachdem wir jahrelang so gute Leistungen gezeigt haben – auch bei diesem Turnier. Erst recht, wenn man sieht, wo Deutschland steht und wie sie zuletzt performt haben.“ Die Bilanz spricht tatsächlich für die Schweiz: Während Deutschland bei den letzten drei WM-Endrunden jeweils im Achtelfinale ausschied, erreichte die Schweiz bei den letzten beiden Weltmeisterschaften und Europameisterschaften stets die K.o.-Runde. Bei der „Heim-EM“ 2024 hatte Deutschland in der Gruppenphase nur ein glückliches 1:1 gegen die Schweiz geholt.
Akanjis Einsatz bei der WM
Manuel Akanji bestritt bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko sämtliche Spiele der Schweiz über die volle Distanz. Der Innenverteidiger zeigte konstant starke Leistungen und war ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Schweizer Nationalmannschaft. Mit 87 Länderspielen gehört er zu den erfahrensten Spielern im Team.
Reaktionen auf die Kontroverse
Die Aussagen von Jens Lehmann und die Reaktion von Manuel Akanji haben in den Medien für Aufsehen gesorgt. Viele Kommentatoren kritisierten Lehmanns Äußerungen als respektlos gegenüber der Schweizer Mannschaft, die in den letzten Jahren konstant gute Leistungen gezeigt hat. Die Schweiz kann stolz auf ihre Leistung bei dieser WM sein, auch wenn das Viertelfinale knapp verloren ging.



