Argentinien hat sich mit einem 3:1-Sieg nach Verlängerung gegen die Schweiz ins Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gezittert. Das Team um Lionel Messi bezwang die Schweizer in Kansas City dank eines Traumtors von Julián Álvarez in der 112. Minute sowie eines späten Treffers von Lautaro Martínez. In der englischen Presse werden nach dem umstrittenen Platzverweis gegen Breel Embolo bereits Verschwörungstheorien laut.
Spielverlauf und Entscheidung
Die Partie war lange ausgeglichen. Nach einer Gelben Karte gegen Leandro Paredes wegen einer angeblichen Schwalbe von Embolo nahm Schiedsrichter Joao Pinheiro die Karte zurück – und stellte stattdessen Embolo nach VAR-Überprüfung wegen Schwalbe vom Platz (zweite Gelbe). Die Schweiz spielte fortan in Unterzahl, hielt aber bis zur Verlängerung das 1:1. In der 112. Minute erlöste Álvarez die Argentinier mit einem unhaltbaren Schuss in den rechten oberen Winkel. Lautaro Martínez machte in der Schlussphase den Deckel drauf.
Internationale Pressestimmen
Die argentinische Zeitung „Clarín“ schrieb: „Argentinien besiegt die Schweiz in Kansas City mit viel Leiden 3:1. Das Spiel schien auf ein Elfmeterschießen hinauszulaufen, als Julián Álvarez und Lautaro Martínez auf den Plan traten.“ Der „Buenos Aires Herald“ hob Álvarez hervor: „Das ehemalige Wunderkind von River Plate erzielte eines der schönsten Tore des Turniers.“
Die Schweizer Presse zeigte sich enttäuscht. „Blick“ titelte: „Alvarez bricht die Schweizer Herzen in der Verlängerung. Über 124 Minuten lang – die Hälfte davon in Unterzahl – liefert sich die Nati mit Argentinien ein Duell auf Augenhöhe. Doch weil Alvarez den Weltmeister kurz vor Ablauf der Verlängerung mit einem Weltklasse-Tor zum 2:1 schießt, platzt der Traum vom ersten Schweizer WM-Halbfinal der Geschichte.“ Die „NZZ“ kritisierte Embolo: „Mit seinem Platzverweis erweist Breel Embolo dem Team einen Bärendienst.“
Verschwörungstheorien in England
In England sorgte die Entscheidung für Diskussionen. „The Sun“ schrieb: „Argentinien besiegte mit zwölf Mann die auf zehn Mann reduzierte Schweiz, sicherte damit Lionel Messis WM-Karriere fort – und sorgte für ein Duell mit England. Zumindest werden das die Verschwörungstheoretiker behaupten, nachdem der Schweizer Stürmer Breel Embolo nach einer VAR-Überprüfung wegen einer Schwalbe die zweite Gelbe Karte erhalten hatte.“ Der „Daily Mirror“ berichtete sachlich: „England trifft im Halbfinale der Weltmeisterschaft auf Argentinien, nachdem sich der Titelverteidiger in Kansas dank eines Traumtores von Julian Alvarez gegen die Schweiz durchgesetzt hat.“
Spanische und italienische Stimmen
Die spanische Zeitung „As“ kommentierte: „Argentinien hat neun Leben, einen VAR, der ihm immer zu Hilfe eilt, eine Legende wie Messi und nun auch noch die Spinne – das Insekt, das schon eine Weile nicht mehr zugeschlagen hatte und genau dann auftauchte, als es am dringendsten gebraucht wurde.“ „Marca“ ergänzte: „Die Champions fühlen sich unbesiegbar.“ In Italien schrieb die „Gazzetta dello Sport“: „Die Schweiz, die nur noch zu zehnt spielte, wurde in der Verlängerung von Alvarez und Lautaro bestraft.“
Ausblick auf das Halbfinale
Argentinien trifft nun am Mittwoch im Halbfinale auf England. Der Titelverteidiger ist seit der WM 2022 in Katar in zwölf WM-Spielen ungeschlagen. „The Guardian“ merkte an: „Alles, was vor diesem Spiel gesagt wurde – dass dieser Spielstil zwar für spannende Dramatik und fesselnde Geschichten sorgt, aber auch seine Schwächen hat –, scheint nach dieser Partie nach wie vor zuzutreffen.“ Die USA-Zeitung „The Athletic“ fragte: „Vielleicht wollte es Messi zu sehr. Oder vielleicht – und das ist wahrscheinlicher – war es einfach zu viel verlangt von einem 39-Jährigen, der vor acht Tagen 120 Minuten in einem K.-o.-Spiel absolviert hatte.“
Die Schweiz hingegen reist nach einem heroischen Kampf nach Hause. Der „Tagesanzeiger“ tröstete: „Die Schweizer dürfen hadern mit diesem Ende und das werden sie auch tun. Aber mit ein bisschen Abstand werden sie verstehen, was ihnen in Nordamerika gelungen ist.“



