Fifa hebt Baloguns Rotsperre auf: Weltweite Kritik an Infantino und Trump
Balogun-Sperre aufgehoben: Empörung über Fifa und Trump

Am Sonntagabend gab die Fifa bekannt, dass die Rotsperre des US-Stürmer Folarin Balogun für das WM-Achtelfinale gegen Belgien aufgehoben wird. Die Entscheidung fiel, nachdem US-Präsident Donald Trump bei Fifa-Boss Gianni Infantino angerufen hatte. In der Fußballwelt sorgt der Vorgang für Fassungslosigkeit und heftige Kritik.

Internationale Presse verurteilt Entscheidung

Die belgische Zeitung Het Nieuwsblad titelte: „Gianni Infantino ruiniert den Fußball.“ Die englische Daily Mail schrieb: „Der schamlose Donald Trump und sein unterwürfiger Handlanger Gianni Infantino haben diese Weltmeisterschaft in den Dreck gezogen, indem sie die Sperre von Folarin Balogun aufgehoben haben – nun wissen wir mit Sicherheit, dass für die USA andere Regeln gelten als für alle anderen.“

Die italienische La Gazzetta dello Sport fragte: „War das wirklich notwendig? Die Entscheidung geht über jede Logik hinaus und vor allem über Gerechtigkeit und die Einhaltung der Regeln.“ Die spanische Marca sprach von einer „ungewöhnlichen Maßnahme“, die französische Le Parisien kommentierte: „Hätte sich Folarin Balogun jemals vorstellen können, dass er einmal im Mittelpunkt eines Anrufs von Donald Trump stehen würde? Wahrscheinlich nicht.“

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Deutsche und britische Medien kritisieren scharf

Die Sportschau urteilte: „Die Fifa hat mit dem Aussetzen der Sperre des US-Torjägers mal wieder gezeigt, welchen Zweck der Sport mittlerweile im kaputten System des Weltverbands trägt.“ Die BBC ergänzte: „Angesichts der seit Langem bekannten engen Beziehungen zwischen dem Weißen Haus und der Fifa werden Fragen aufkommen, da es sich um eine höchst ungewöhnliche Entscheidung zugunsten des Gastgebers handelt.“

Auch US-Medien übten Kritik. ESPN fragte: „Wer möchte schon gewinnen, wenn der Sieg durch undurchsichtige Eingriffe getrübt wird, die ohne jegliche Erklärung oder Transparenz erfolgen?“ Die New York Post berichtete: „Präsident Trump bat den Fifa-Präsidenten, die Sperre des Shootingstars zu überprüfen – noch bevor der Verband überraschenderweise bekannt gab, dass dieser im entscheidenden Spiel am Montag gegen Belgien spielen dürfe.“ Die New York Times erinnerte daran, dass Balogun beim 2:0-Sieg der USA im Sechzehntelfinale wegen eines Fouls an Tarik Muharemovic die Rote Karte erhalten hatte.

Fußballexperten reagieren empört

Der ehemalige englische Nationalspieler Gary Neville kommentierte: „Das ist totaler Mist. Aber überrascht uns das bei diesen Leuten?“ Thierry Henry, früherer französischer Nationalspieler, sagte: „Es war die richtige Entscheidung, aber warum so spät? Wenn man Belgien ist und sich auf das Spiel vorbereitet hat, ändert das alles.“ Wayne Rooney, ebenfalls ehemaliger englischer Nationalspieler, erklärte: „Ich halte das für eine absolute Schande. Es ist eine Schande, dass die Sperre für ein Jahr ausgesetzt wird. Infantino sollte sich dafür schämen, denn das stellt den Sportsgeist dieses Spiels in Frage.“

Der britische Telegraph schrieb: „Als wäre es nicht schon außergewöhnlich genug, dass Gianni Infantino öfter im Oval Office zu Gast war als Sir Keir Starmer, kommt nun auch noch eine Entscheidung zur Weltmeisterschaft hinzu, die so stark von politischen Untertönen geprägt ist, dass es einem den Atem raubt.“

Belgische und internationale Reaktionen

Die belgische Zeitung Het Laatste Nieuws betonte: „Balogun ist nicht das Problem. Das Problem ist vielmehr, dass Jung und Alt den Glauben an den Fußball zu verlieren drohen.“ Die Entscheidung der Fifa, die Sperre aufzuheben, wird von vielen als politischer Eingriff gewertet, der die Integrität des Sports gefährdet.

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