Vorstandschef Jan-Christian Dreesen vom FC Bayern München hat Spekulationen um einen Wechsel von Flügelspieler Michael Olise zu Real Madrid energisch widersprochen. „Natürlich“ werde der 24-jährige Franzose beim deutschen Rekordmeister bleiben, stellte Dreesen im „Presseclub München“ klar. Auf die Frage nach der Anzahl der Kontakte aus Madrid antwortete er lächelnd: „Cero“ – also null. „Auch keinen Brief, kein Fax und keine Mail.“ Mit Blick auf die anhaltenden Gerüchte fügte der 58-Jährige hinzu: „Es ist erstaunlich, was so alles verbreitet werden kann, wenn man selber weiß, was die Wahrheit ist, spannend.“
Dreesen über den angeblichen 200-Millionen-Angebote
Dreesen berichtete zudem, wie oft er selbst im Freundeskreis auf einen möglichen Abgang Olises angesprochen werde. Doch: „Kein einziger hat gesagt, bei 200 Millionen müsst ihr ihn verkaufen.“ Ähnlich verhalte es sich bei Luis Díaz, der mit einem Transfer nach Saudi-Arabien in Verbindung gebracht wird. „Auch da gilt: Weder Anrufe noch anderes“, betonte der Bayern-Boss und ergänzte mit Blick auf die Mannschaft: „Wir wären ja auch blöd, wir haben so eine gute Mannschaft, lasst sie spielen, Tore schießen.“ Olise, der im Sommer 2024 von Crystal Palace nach München kam, besitzt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2029 und hat sich mit starken Leistungen zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Teams entwickelt.
Vertragsverlängerungen und wirtschaftliche Perspektiven
Ein weiteres Thema war die Zukunft von Torjäger Harry Kane. „Es gibt von beiden Seiten ein großes Wollen, jetzt müssen wir sehen, dass das Wollen in der Schnittmenge zusammenpasst“, so Dreesen zur angestrebten Verlängerung des Engländers. Zur eigenen Vertragssituation von Sportvorstand Max Eberl verwies der Vorstandschef auf den zuständigen Aufsichtsrat und gab keine Details preis. Zu seiner eigenen Zukunft meinte er: „Sie sehen mich sehr entspannt.“ Diese Gelassenheit rührt auch aus der soliden finanziellen Lage des Vereins: „Wir werden die Serie der schwarzen Zahlen fortsetzen“, kündigte Dreesen für den Herbst an.
Sportliche Ambitionen und die Rolle von Jürgen Klopp
Sportlich hat der FC Bayern weiterhin höchste Ziele. Dreesen relativierte jedoch: „Wir können ja nicht wirklich glauben, dass wir jedes Jahr die Champions League gewinnen. Aber es muss unser Anspruch sein. Das ist das, was der FC Bayern will, nämlich den Anspruch zu haben, jeden Titel zu gewinnen. Aber wir sind nicht so dämlich oder vermessen, dass wir nicht wüssten, dass das nicht geht.“ Mit Blick auf den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp zeigte sich Dreesen überzeugt, dass nur ein starker Münchner Block Erfolg bringen kann: „Ich habe Jürgen Klopp als jemanden kennengelernt, der Siege einfahren will, und das wird er nur mit den Spielern des FC Bayern. Das war jetzt keine Arroganz, das ist Tatsache.“
Dreesen unterstützt zudem die Entscheidung des DFB, Klopp als Nachfolger von Julian Nagelsmann zu verpflichten. „Jürgen Klopp muss nicht mehr beweisen, dass er ein hervorragender Trainer ist. Jürgen Klopp hat an allen seinen Wirkungsstätten ganz hervorragende Arbeit geleistet. Die Champions League in Liverpool gewonnen. Also da kann keiner sagen, dass das nicht der Richtige wäre.“ Der 59-Jährige habe „eine empathische Art, ist ein Menschenfänger, hat ein sehr ausgeprägtes Selbstbewusstsein, das sich dann hoffentlich auf die Mannschaft überträgt“. Dreesen zeigte sich „zuversichtlich, dass etwas Gutes dabei herauskommt“ – trotz des jüngsten WM-Desasters der deutschen Nationalmannschaft sei es richtig, „große Ziele zu haben. Es kann ja nicht sein, dass das Land mit dem weltgrößten Sportverband DFB als Ziel hat, nächstes Mal weiterzukommen als beim letzten Mal.“



