Hündin Riva spendet Trost auf Palliativstation in Potsdam
Hündin Riva: Trost auf Palliativstation

Einmal pro Woche auf der Palliativstation

Seit dem 23. Juli besucht Border Collie Riva einmal pro Woche die Palliativstation im Potsdamer Bergmann-Klinikum. Die sechsjährige Hündin und ihre Halterin Katharina Tobsch sind ehrenamtlich im Einsatz, um schwer kranken Menschen in einer der schwersten Phasen ihres Lebens Trost, Wärme und ein Lächeln zu schenken. Voraussetzung für einen Besuch ist stets der ausdrückliche Wunsch der Patientinnen und Patienten oder ihrer Angehörigen.

Wissenschaftlich belegte Wirkung

„Dass Tiere sich positiv auf die Gefühlswelt von Menschen auswirken, ist wissenschaftlich gut belegt“, erklärt Karin Jordan, Chefärztin der Klinik für Supportiv- und Palliativmedizin. „Wir freuen uns sehr, nun diese besondere Unterstützung anbieten zu können.“ Die positive Wirkung von Tieren auf das seelische Wohlbefinden ist vielfach dokumentiert und wird zunehmend in medizinischen Einrichtungen genutzt.

Brückenbauerin in schwierigen Zeiten

Für Ursula Knoblau, ärztliche Leiterin der Palliativstation, ist Riva auch eine Brückenbauerin. „Tiere haben einen schnellen Zugang zum Menschen und wirken beruhigend. Sie kommunizieren intuitiv mit ihrer Körpersprache und Lautgebung.“ Dort, wo Menschen kaum noch sprechen können oder wollen, könne der Kontakt zu einem Tier eine wichtige Stütze sein. Dies sei besonders in der Palliativmedizin wertvoll, wo es um die Begleitung sterbender Menschen geht.

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Hygienekonzept für den Besuchshund

Damit Riva auf Station darf, erarbeitete das Team der Krankenhaushygiene ein Hygienekonzept. Die Hündin wird regelmäßig geimpft, entwurmt und tierärztlich kontrolliert. Kontaktflächen werden vor und nach jedem Besuch gereinigt und desinfiziert. So wird sichergestellt, dass von dem tierischen Besuch keine Infektionsrisiken ausgehen.

Bereits zweiter Therapiehund im Klinikum

Neu ist der Einsatz von Tieren im Bergmann-Klinikum nicht: Seit Mai 2025 unterstützt bereits Therapiebegleithund Mogli das Team der Geriatrie. Die tiergestützte Therapie wird damit kontinuierlich ausgebaut. Der gemeinnützige Verein Therapiehunde Brandenburg, dem Katharina Tobsch angehört, zählt 40 ehrenamtliche Besuchshundeteams. Diese sind in Kindergärten, Schulen, Pflege- und Seniorenheimen sowie Krankenhäusern aktiv. Die Arbeit der Teams wird ausschließlich durch Spenden finanziert.

Trost und Freude durch tierische Begleiter

Die Resonanz auf Rivas Besuche ist durchweg positiv. Patienten, die zuvor teilnahmslos wirkten, zeigen plötzlich Interesse und Freude. Angehörige berichten von berührenden Momenten, in denen die Hündin eine Verbindung zu ihren Liebsten herstellt, die Worte manchmal nicht schaffen. Die tiergestützte Therapie ist ein wertvoller Baustein in der ganzheitlichen Versorgung auf der Palliativstation des Bergmann-Klinikums.

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