Keiko Fujimori hat am 28. Juli 2026 das Amt der Präsidentin Perus angetreten. Die 51-jährige Tochter des früheren autoritären Präsidenten Alberto Fujimori gewann die Stichwahl mit knapper Mehrheit. Ihr Sieg markiert eine späte Revanche nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen und gescheiterten Wahlkämpfen.
Ein politisches Comeback nach vielen Jahren
Fujimori hatte bereits dreimal zuvor für das Präsidentenamt kandidiert, jedoch stets knapp verloren. Diesmal gelang ihr der Durchbruch, indem sie sich als starke Führungspersönlichkeit präsentierte, die Stabilität und wirtschaftlichen Aufschwung verspricht. Ihr Wahlkampf konzentrierte sich auf Themen wie Sicherheit und Wirtschaftswachstum, wobei sie die Unterstützung konservativer Wähler gewann. Kritiker werfen ihr vor, autoritäre Tendenzen ihres Vaters fortzusetzen.
Das Erbe des Vaters
Alberto Fujimori regierte Peru von 1990 bis 2000 mit harter Hand, führte das Land aus einer Wirtschaftskrise, wurde aber auch wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption verurteilt. Keiko Fujimori distanziert sich nicht von ihrem Vater, sondern betont seine Verdienste. Viele Peruaner sehen in ihr die Erbin einer politischen Dynastie, die für Recht und Ordnung steht. Doch die Erinnerung an die dunklen Seiten der Fujimori-Ära bleibt präsent.
Der Balanceakt zwischen China und den USA
Die größte außenpolitische Herausforderung für die neue Präsidentin ist die Balance zwischen China und den USA. China ist Perus größter Handelspartner und investiert massiv in den Bergbausektor, insbesondere in Kupferminen. Die USA hingegen sind ein traditioneller Verbündeter und wichtiger Abnehmer peruanischer Produkte. Fujimori muss nun einen Weg finden, die lukrative Partnerschaft mit China zu erhalten, ohne die Beziehungen zu Washington zu belasten.
Analysten weisen darauf hin, dass Peru stark von chinesischen Investitionen abhängig ist. Gleichzeitig drängen die USA auf eine Diversifizierung der Lieferketten und eine Reduzierung der Abhängigkeit von Peking. Fujimori könnte versuchen, eine neutrale Position einzunehmen und mit beiden Mächten zusammenzuarbeiten, ähnlich wie andere lateinamerikanische Länder es tun.
Wirtschaftliche Herausforderungen
Die peruanische Wirtschaft leidet unter hoher Inflation und langsamen Wachstumsraten. Der Bergbausektor, der einen Großteil der Exporteinnahmen generiert, steht vor Umweltkonflikten und sozialen Unruhen. Fujimori hat angekündigt, die Investitionsbedingungen für ausländische Unternehmen zu verbessern, was insbesondere China zugutekommen könnte. Allerdings muss sie auch die Interessen der lokalen Bevölkerung und der USA berücksichtigen.
Aussichten und Risiken
Fujimoris Regierung steht vor einem schwierigen Spagat. Im Inland muss sie die soziale Ungleichheit bekämpfen und die Korruption eindämmen. Außenpolitisch darf sie weder China noch die USA vor den Kopf stoßen. Ihre Handlungsspielräume sind begrenzt, da Peru international als Schauplatz des Wettbewerbs zwischen den Supermächten gilt. Ob ihr die Gratwanderung gelingt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.



