Bayern-Boss bleibt bescheiden trotz klarem Meisterschaftskurs
Der FC Bayern München kann die Meisterfeiern bereits detailliert planen! Nach dem spektakulären 3:2-Erfolg beim Bundesliga-Topspiel bei Borussia Dortmund am Samstag beträgt der Vorsprung der Münchner auf den Verfolger aus Dortmund zehn Spieltage vor Saisonende satte elf Punkte. Dennoch zeigte sich Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen (58) im exklusiven Fußball-Talk "BILD Sport" äußerst zurückhaltend und lehnte sogar symbolische Glückwünsche sowie einen angebotenen Champagner von Experte Walter M. Straten und Moderator Filip Thiel entschieden ab.
Dreesen: "Mit Wasser anstoßen, aber noch nicht auf die Meisterschaft"
Der Bayern-Chef begründete seine Zurückhaltung mit erfahrener Vorsicht: "Ich habe hier Wasser. Damit kann ich zwar anstoßen, aber noch nicht auf die Meisterschaft. Es wäre natürlich merkwürdig, wenn ich sage, wir würden uns mit elf Punkten Vorsprung nicht wohlfühlen. Aber Vincent Kompany und Harry Kane haben es ja gesagt. Wir haben noch zehn Spiele zu spielen. Wir hatten schon einmal elf Punkte Vorsprung in der Saison und da haben wir gesehen, wie schnell das mit einem Unentschieden und einer Niederlage gehen kann. Aber ganz klar, wir werden und wollen uns diesen Vorsprung natürlich nicht mehr nehmen lassen."
Rückblickend auf den atemberaubenden Klassiker in Dortmund geriet Dreesen regelrecht ins Schwärmen: "Ich glaube, wir haben gestern eine Dauerwerbesendung für die Bundesliga gesehen. Eine Übertragung in 200 Länder. Millionen Zuschauer haben ein unfassbar packendes Duell gesehen. Da war alles drin. Die zweite Halbzeit war Emotionen pur, war Offensiv-Fußball, Tore, Spannung – alles, was so ein Klassiker braucht."
Klare Worte zu Personal- und Zukunftsfragen
Dreesen äußerte sich auch zu verschiedenen Spekulationen und Zukunftsthemen des Rekordmeisters:
Zu einem möglichen Interesse an Dortmunds Nico Schlotterbeck: "Es ist völlig unbestritten, dass Schlotterbeck ein hervorragender Spieler ist. Aber er ist ein Spieler von Dortmund, deswegen geziemt es sich nicht, darüber zu philosophieren, wo er mal irgendwann spielt. Wir haben mit Upamecano verlängert, haben eine sehr gut aufgestellte Verteidigung, drei hervorragende Innenverteidiger. Wir sind für die Zukunft gerüstet."
Zur Vertragsverlängerung mit Dayot Upamecano: "Es hat sehr lange gedauert. Aber das zeigt ja auch, wie ernsthaft wir Interesse hatten. Wir wussten, was wir an Dayot haben. Insofern war das Thema Schlotterbeck immer eines, das von Außen immer wieder herangebracht wurde. Ich kann das auch total nachvollziehen, Schlotterbeck ist ein hervorragender Spieler. Aber das war eben nicht unser Thema."
Zur Zukunft von Manuel Neuer: "Er ist eine Legende dieses Klubs. Wir haben in aller Gelassenheit vereinbart, dass wir uns im zweiten Quartal über die Zukunft unterhalten. Er bringt aktuell absolute Top-Leistungen, ist immer noch auf einem unglaublichen Niveau. Sicherlich nach wie vor einer der besten Torhüter, die es gibt. Schauen wir mal, was rauskommt."
Zu Harry Kanes Verbleib: "Er hat Vertrag bis 2027. Die Ausstiegsklausel, die bis Ende Januar hätte gezogen werden müssen, wurde nicht gezogen. Das ist das erste Bekenntnis gewesen. Harry und seine Familie fühlen sich ausgesprochen wohl in München. Wir sind sehr zufrieden und das sind doch beste Grundvoraussetzungen für Gespräche."
Weitere Themen im Überblick
- Supertalent Lennart Karl: "Er ist bei uns hervorragend aufgehoben und weiß, was er am FC Bayern hat. Dass er bei einem der ganz großen Klubs dieser Welt ist. Wer sich bei uns durchsetzt in solch einem Mittelfeld, dem steht eine große Zukunft offen."
- Champions-League-Gegner Atalanta Bergamo: "Wer Atalanta gegen Dortmund gesehen hat – das ist eine Mannschaft, die wir ernst nehmen müssen."
- Bayerns Finanzpolitik: "Wir wollen auch künftig die Ausgaben für die Spieler und den Staff im Griff behalten. Das bedeutet, in den Kosten auch an der ein oder anderen Stelle wieder ein Stück weit herunterzukommen. Aber: Eine Entscheidung für eine Verlängerung mit Manuel Neuer beispielsweise wird nicht von der wirtschaftlichen Thematik bestimmt, sondern vor allem von einer sportlichen."
Die Aussagen des Bayern-Bosses zeigen eine Mischung aus berechtigtem Optimismus und professioneller Vorsicht, während der FC Bayern München weiter auf Kurs Richtung nächster Meisterschaft marschiert.



