Spenden-Idee abgelehnt
Der TSV 1860 München steckt nach dem Zwangsabstieg in die Regionalliga und dem Ende der Zusammenarbeit mit Investor Hasan Ismaik in einer schweren Krise. Hilfe vom Stadtrivalen FC Bayern ist jedoch nicht in Sicht. Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen hat eine vorgeschlagene Millionen-Spende über fünf Millionen Euro klar abgelehnt. Beim „Presseclub“ sagte er: „Den etwas unorthodoxen Vorschlag sehe ich etwas kritischer, weil es bis heute bei uns eine gelebte Antipathie von Mitgliedern und Fans gibt.“ Er glaube nicht, dass die Bayern-Mitglieder positiv votieren würden. „Ich sehe für die Überweisung also eher wenig Chancen.“
Banner-Eklat im Mai
Die gegenseitige Abneigung zeigte sich erst im Mai, als der FC Bayern auf dem Marienplatz die Meisterschaft feierte. Anhänger von 1860 hatten ein Banner mit einem präparierten Bayern-Logo unter die Fans geschmuggelt. Darauf stand nicht „FC Bayern München“, sondern „FC Bauern Hurensöhne“ im bayerischen Weiß-Blau mit einem Bekennerschreiben von 1860. Dreesen kommentierte: „Ohne Banner wäre es (eine Spende) einfacher, natürlich.“ Er könne über die Aktion lachen, aber: „Es wäre was, wenn sich unsere Fans revanchieren könnten. So weit wird es aber nicht kommen. Also ich erlebe das sicherlich nicht mehr.“ Ein spöttischer Verweis auf die Krise der Löwen, die letztmals 1966 deutscher Meister waren.
Finanzielle Notlage von 1860
Der TSV 1860 München hatte nach der Drittligasaison 2025/26 die nötige Summe für die Lizenz der 3. Liga nicht aufbringen können. Der bei den Fans verhasste Investor Hasan Ismaik verweigerte die Zahlung von 2,7 Millionen Euro. Daraufhin kündigte der Klub den Kooperationsvertrag mit dem Jordanier und stieg in die Regionalliga ab. Dort werden die Münchner ohne das Löwen-Logo auf der Brust auflaufen, da die Merchandising-Rechte weiterhin bei Ismaik liegen.
Keine Schadenfreude, aber keine Hilfe
Trotz der Ablehnung einer Spende betonte Dreesen: „Ich wünsche 1860 München wirklich, dass sie wieder auf die Beine kommen. Ich bin auch optimistisch, dass sie das packen werden – insbesondere, weil sie unfassbar treue Fans haben, die seit Jahrzehnten eine unglaubliche Leidensfähigkeit zeigen.“ Der FC Bayern hege „keine Schadenfreude“. In der Vergangenheit hatte der Rekordmeister angeschlagenen Klubs wie dem FC St. Pauli, dem 1. FC Kaiserslautern, Dynamo Dresden oder Union Berlin mit sogenannten „Retterspielen“ geholfen – vor allem auf Initiative von Ehrenpräsident Uli Hoeneß. Für 1860 aber wird es keine solche Unterstützung geben.



