Bayern-Klasse entscheidet Bundesliga-Gipfel: Meisterschaft scheint besiegelt
Selbst der Gegner staunt über die individuelle Qualität: Die überragende Klasse des FC Bayern München hat das Spitzenspiel bei Borussia Dortmund entschieden und damit höchstwahrscheinlich auch die deutsche Meisterschaft. Die wahren Herausforderungen für den Rekordmeister stehen jedoch erst im Frühjahr mit den entscheidenden Partien in Champions League und DFB-Pokal bevor.
Kimmich erklärt Meisterrennen für beendet
Nach dem knappen 3:2 (0:1) im rasanten Bundesliga-Klassiker war die Stimmung bei den Bayern erwartungsfroh. Joshua Kimmich, der mit einem sehenswerten Volleyschuss in der 87. Minute den Siegtreffer erzielte, erklärte das Titelrennen für beendet. "Das werden wir nicht mehr abgeben", sagte der Bayern-Kapitän in Vertretung des verletzten Manuel Neuer am Sky-Mikrofon.
Mit nun elf Punkten Vorsprung geht der FC Bayern in die restlichen zehn Saisonspiele. Christoph Freund, Sportdirektor des Rekordmeisters, zeigte sich entsprechend optimistisch: "Das ist natürlich eine super Ausgangslage. Wenn wir so weitermachen, werden wir noch viele Spiele gewinnen und dann kommt das andere von alleine."
Kane jagt Lewandowskis Torrekord
Ein weiterer Matchwinner war Harry Kane, der mit seinem Doppelpack in der 54. und 70. Minute seine Saisonbilanz auf 30 Tore brachte. Der englische Nationalspieler jagt nun den vermeintlich ewigen Rekord von Robert Lewandowski, der in der Saison 2020/2021 41 Tore erzielte.
"Ich weiß, dass diese Frage jetzt nach jedem Spiel gestellt wird, aber es stehen noch viele Spiele aus. Ich muss in dieser Zeit konstant bleiben, und Ende April werden wir sehen, ob das möglich ist", sagte der 32-jährige Stürmer zu seinen Ambitionen.
Kovac erkennt "kleinen, aber feinen Unterschied"
BVB-Coach Niko Kovac musste die individuelle Überlegenheit der Bayern anerkennen. "Das ist schon Weltklasse", sagte er über Kimmichs Siegtreffer und bezeichnete die Bayern-Spieler als "kleinen, aber feinen Unterschied" zwischen den beiden Mannschaften.
Kovac wies jedoch auf die unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten hin: "Die Bayern kaufen für 60, 70 Millionen ein, wir holen Entwicklungsspieler." Dennoch zeigte er sich mit der Entwicklung zufrieden: "Letzte Saison hatten wir 25 Punkte Rückstand, jetzt sind es elf. Das ist schon eine Entwicklung in der Liga."
Ausgeruhte Bayern für Triple-Endspurt
Während der BVB durch das Ausscheiden in der Champions League finanzielle Einbußen hinnehmen musste, konnte der direkt für das Achtelfinale qualifizierte FC Bayern im Februar Kraft tanken. Vincent Kompany hatte viel Zeit, seine Mannschaft auf die entscheidende Phase der Saison vorzubereiten.
"Das hat natürlich gut getan, wir konnten mehr trainieren", bestätigte Freund die Vorteile der längeren Pause. Diese Erholungsphase soll nun in der Champions League zum entscheidenden Vorteil werden.
Herausforderungen im Frühjahr
Zunächst stehen für die Bayern die Achtelfinal-Duelle mit Atalanta Bergamo an, das zuvor Borussia Dortmund ausgeschaltet hatte. Im weiteren Verlauf könnten dann schwere Brocken wie Real Madrid, Manchester City, Paris Saint-Germain oder der FC Liverpool warten.
Kompany betonte jedoch, dass der Fokus zunächst auf dem Bundesliga-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach am kommenden Freitag liege. "Ab Montag geht es wieder bei null los. Das meine ich auch so. Das ist eine Mentalitätssache", sagte der Bayern-Coach.
Gefeiert werde auch nach diesem "ganz besonderen Sieg" nicht, denn die eigentlichen Herausforderungen stünden noch bevor. "Ich freue mich auf die nächsten zwei, drei Monate", sagte Kompany mit Blick auf die entscheidende Phase der Saison, in der neben der praktisch sicheren Meisterschaft auch der DFB-Pokal und die Champions League auf dem Programm stehen.



