Bellingham kontert Tuchel-Kritik: Verächtlicher Seitenhieb gegen Trainer
Bellingham watscht Tuchel mit verächtlichem Spruch ab

England hat durch ein 2:1 gegen Norwegen das WM-Halbfinale erreicht, doch die Stimmung im Team ist angespannt. Trainer Thomas Tuchel zeigte sich trotz des Erfolgs unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Doppelpacker Jude Bellingham reagierte darauf mit einem verächtlichen Seitenhieb gegen den deutschen Coach.

Tuchel kritisiert schlampiges Spiel

Thomas Tuchel, bekannt als Perfektionist, ging nach dem hart erkämpften Sieg hart mit seinem Team ins Gericht. „Wir haben uns das Leben heute sehr, sehr schwer gemacht. Das Ergebnis ist fantastisch. Wir sind im Halbfinale, das ist herausragend. Aber ich bin nicht glücklich mit der Leistung“, monierte der 52-Jährige. Er fügte hinzu: „Das Commitment ist da. Aber wir haben uns das Leben sehr schwer gemacht mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben: Schlampig, mit vielen technischen Fehlern, nicht schnell genug, nicht repetitiv genug. Wir hatten heute Glück.“

Tuchel reagiert wütend auf Mentalitätsfrage

Als ein Reporter die Niederlage mit einem angeblichen Mentalitätsproblem verknüpfte, platzte Tuchel der Kragen. „Es geht nicht um Mentalität! Es ist kein Mentalitätsproblem! Das ist pure Mentalität! Das kannst du in Flaschen abfüllen und verkaufen! Warum soll es an der Mentalität liegen?“, bellte er ins Mikrofon. „Es liegt an der Qualität unseres Spiels. Das hat mit Mentalität nichts zu tun!“

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Bellingham kontert mit verächtlichem Spruch

Auf Tuchels Kritik angesprochen, reagierte Jude Bellingham in der Mixed Zone gereizt. Ein Journalist fragte, ob die kritischen Aussagen Tuchels die hohen Standards widerspiegelten. Bellinghams Antwort: „Vielleicht oder vielleicht weiß er auch nicht, was es heißt, bei solchen Bedingungen gegen Erling Haaland, Martin Ødegaard, Antonio Nusa, Alexander Sorloth und all die anderen zu spielen. Das ist kein einfacher Gegner.“ Der Seitenhieb zielte auf Tuchels begrenzte Spielerkarriere ab: Tuchel absolvierte nur acht Spiele für die Stuttgarter Kickers in der 2. Bundesliga und musste seine aktive Laufbahn 1998 wegen eines Knorpelschadens beenden – bei subtropischen Bedingungen wie in Miami (rund 35 Grad Celsius, 70 Prozent Luftfeuchtigkeit) spielte er nie.

Bellingham ermahnt Tuchel zur Teamharmonie

Bellingham beließ es nicht bei der Retourkutsche, sondern forderte Tuchel auf, den Teamfrieden zu wahren. „Wir haben eine positive Atmosphäre geschaffen, das sollten wir für die Runde der letzten Vier beibehalten“, sagte der 23-jährige Mittelfeldmann. Seine Teamkollegen lobte er überschwänglich: „Man wird nicht jedes Spiel gewinnen, indem man den Ball vorschlägt und 1000 Pässe spielt. Manchmal muss man dreckig gewinnen, und das haben wir heute erneut getan.“

Tuchel und Kane relativieren die Kritik

Tuchel milderte seine Kritik später auf der Pressekonferenz ab. „Ich bin beeindruckt von der Leistung, die sie abgeliefert haben, und davon, wie sie die Widrigkeiten überwunden haben. Dafür kann man sie gar nicht genug loben. Aber ich bin auch Fußballtrainer, und wir können besser spielen“, erklärte er. „Es gibt keine Kluft zwischen mir und den Spielern – nicht ein Prozent. Ich bin mit ganzem Herzen dabei und liebe meine Spieler.“ Kapitän Harry Kane nahm Tuchels Kritik positiv auf: „Er hat in der Kabine einfach gesagt: Herzlichen Glückwunsch an alle, wir sollen es genießen und feiern. Aber es fühlt sich trotzdem so an, als wüsste ein Teil von ihm, dass wir noch besser sein können – was in gewisser Weise auch gut ist. Wenn wir im Halbfinale einer Weltmeisterschaft stehen und wissen, dass wir uns noch steigern können, dann müssen wir das als etwas Positives sehen.“

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