Borussia Dortmunds Geschäftsführer Carsten Cramer hat die Pläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino zur Einbindung von Investoren in die Vermarktung der Weltmeisterschaft scharf kritisiert. „Für mich ist es unerklärlich, warum die FIFA diesen Schritt gehen möchte. Ich verstehe die Beweggründe für diese Pläne nicht“, sagte Cramer während einer Japan-Reise mit dem BVB. „Nicht nur mein erster Eindruck, sondern auch das erste Feedback darauf ist überhaupt nicht positiv. Warum meint die FIFA, das Rad neu erfinden zu müssen? Für mein Empfinden ist dieser Vorstoß überhaupt keine gute Idee.“
Milliardenschwere Pläne des Fußball-Weltverbandes
Knapp zwei Wochen nach dem WM-Finale in den USA hatte die FIFA angekündigt, einen Teil ihrer kommerziellen Rechte, etwa an der Weltmeisterschaft, an Investoren verkaufen zu wollen. Ziel ist es, eine Milliardensumme einzunehmen. Die genauen Details sind noch nicht öffentlich, doch die Pläne stoßen auf breite Ablehnung.
UEFA schlägt Alarm
Die Europäische Fußball-Union UEFA hat sich deutlich gegen die Initiative positioniert. „Damit wird eine Grenze überschritten, die die für den Fußball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften“, teilte der Verband mit. Man nehme die Entwicklung sehr ernst. Die UEFA befürchtet eine zu starke Kommerzialisierung des Sports und eine Einflussnahme externer Geldgeber auf sportliche Entscheidungen.
Die Kritik kommt nicht nur aus Europa. Auch in anderen Verbänden regt sich Widerstand, die Details der Pläne gelten als noch nicht ausgereift. BVB-Boss Cramer sieht die Gefahr, dass der Fußball seine Glaubwürdigkeit verliere. „Der Fußball lebt von seiner Authentizität. Wenn wir jetzt Investoren die Richtung vorgeben lassen, könnte das langfristig schaden“, so Cramer.
Die Diskussion zeigt erneut den Zwiespalt zwischen wirtschaftlichem Wachstum und sportlicher Integrität. Während die FIFA mit den Milliarden ihre Projekte finanzieren will, warnen Kritiker vor einem Ausverkauf des Fußballs. Ob die Pläne tatsächlich umgesetzt werden, bleibt abzuwarten.



