40 Tage liegen zwischen seiner Vorstellung als Trainer und der ersten Einheit auf dem Platz. Das Warten hat für Carles Martínez (42) ein Ende. Am Dienstag um 11 Uhr leitet der Spanier sein erstes Mannschaftstraining als neuer Leverkusener Chefcoach. Die Vorbereitung auf die Saison 2026/27 beginnt exakt ein Jahr nach dem Debakel-Start von Erik ten Hag (56). Der Niederländer flog am 14. Juli 2025 mit dem Bayer-Tross nach Rio de Janeiro. Dort gab es bereits erste Spannungen. Nach nur zwei Bundesliga-Spielen wurde ten Hag gefeuert, Kasper Hjulmand (54) musste die Scherben aufkehren.
Martínez hat viel Vorarbeit geleistet
Martínez ersetzte Hjulmand und muss jetzt ALLES besser machen als ten Hag. Dafür hat er schon viel Vorarbeit geleistet: Kaum im Amt, da meldete sich Martínez bei allen Spielern und reiste mit zum entscheidenden Gespräch mit Kennet Eichhorn (16). Er hat in kürzester Zeit ein Gespür für Bayer 04 („Ein großer Klub, aber familiär“) entwickelt. Aufbruchstimmung schaffen – das ist jetzt seine wichtigste Aufgabe.
WM-Spieler fehlen bei Bayer noch
Am Montag standen die obligatorischen Leistungstests in der BayArena an. Martínez kann mit einem Großteil des Kaders starten. Das hilft enorm, die Taktik (alles spricht für eine 4–3–3-Formation) einzustudieren. Einige Spieler hat er bereits persönlich in Leverkusen auf dem Rasen kennengelernt. Es fehlen nur die WM-Fahrer sowie U19-EM-Teilnehmer Montrell Culbreath (18). Ein Vorteil: Im Gegensatz zum Sommer 2025 sind jetzt bei weitem nicht so viele Profis gedanklich schon auf dem Absprung. Martínez benötigt auf jeden Fall noch einen Links- und einen Rechtsverteidiger. Auf den offensiven Außenpositionen gibt es mehrere Wechselkandidaten (u.a. Martin Terrier, Ernest Poku, Jonas Hofmann).
Vorbereitungsspiele als Gradmesser
Bis zum Pokal-Auftakt beim SV Wehen Wiesbaden (22.8.) stehen sechs Freundschaftsspiele an. Martínez sollte jeden Test ernst nehmen: Das 1:5 gegen Flamengos U20 wollte ten Hag kleinreden („Ergebnisse in der Vorbereitung sind mir eigentlich scheißegal“). Das internationale Echo war verheerend.



